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Politik

Krankenhaus in Sri Lanka zwischen den Fronten

Unter den schweren Gefechten zwischen Regierungsarmee und tamilischen Rebellen leidet zunehmend die Zivilbevölkerung. Jetzt wurde sogar ein Krankenhaus mit 500 belegten Betten gezielt unter Beschuss genommen.

Zwei Regierungssoldaten vor zerstörten Gebäuden Ende Januar(Quelle: dpa)

Sri Lankas Armee rückt immer weiter vor

Neun Patienten wurden bei den Angriffen am Sonntag (01.02.09)getötet, 20 weitere verletzt. Die Klinik liegt in dem von Rebellen kontrollierten Dschungelgebiet im Nordosten Sri Lankas. Die Region ist seit Samstag zwischen Regierungstruppen und den Rebellen der so genannten Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) schwer umkämpft. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) sind im Kampfgebiet 250.000 Zivilisten eingeschlossen.

Internationales Rotes Kreuz (IKRK) und UN sind entsetzt

"Wir sind schockiert, dass das Krankenhaus zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen getroffen wurde", sagte IKRK-Bürochef Paul Castella in der Hauptstadt Colombo. UN-Sprecher Gordon Weiss meinte:" Es ist unfassbar, dass Menschen ein Krankenhaus beschießen." Weiss warnte vor möglicherweise steigenden Opferzahlen. Die Streikkräfte wiesen jede Verantwortung zurück und wiesen den tamilischen Rebellen die Schuld zu. Diese wollten auf diese Weise die Regierungsarmee "diskreditieren".

Streitkräfte leiten Schlussphase ein

Regierungstruppen vor einer zerstörten Kirche in Mullaittivu (Quelle: ap)

Regierungstruppen vor einer zerstörten Kirche in Mullaittivu

In den Tagen zuvor hatte die Armee nach Regierungsangaben die letzte Phase ihres Kampfes gegen die LTTE eingeleitet, die seit 36 Jahren für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas kämpft. Seit Mitte 2007 ist das von den Aufständischen kontrollierte Gebiet erheblich geschrumpft - derzeit wird es noch auf 300 Quadratkilometer Dschungel geschätzt, wo sich rund 2000 LTTE-Kämpfer verbergen. Die letzte große Rebellenhochburg Mullaittivu war gut eine Woche vorher von Regierungstruppen erobert worden.

Auswärtiges Amt weist Vorwürfe Colombos zurück

Jürgen Weerth, Deutschlands Botschafter in Sri Lanka (Foto: dpa/Archivbild)

Jürgen Weerth, Deutschlands Botschafter in Sri Lanka (Archivbild)

"Mögliche Missverständnisse sollten im Dialog miteinander, nicht durch Drohungen gelöst werden", sagte eine Sprecherin am Sonntag in Berlin. Sri Lankas Verteidigungsminister Gotabaya Rajapakse hatte ausländischen Botschaftern, Journalisten und Hilfsorganisationen Sympathien für die Rebellen vorgeworfen und mit Ausweisung gedroht. Der Minister nannte ausdrücklich den deutschen Botschafter Jürgen Weerth und den Vertreter der Schweiz. Er warf Weerth unter anderem vor, "unverantwortlich" zu handeln. Der deutsche Diplomat war bereits Mitte Januar ins Außenministerium in Colombo einbestellt worden, nachdem er eine Grabrede für einen getöteten Zeitungsredakteur gehalten hatte. Der Regierung Sri Lankas wird vorgehalten, am Tod des regierungskritischen Journalisten beteiligt gewesen zu sein. (se)

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