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Politik

Unfall oder Anschlag in Afghanistan?

Nach dem Tod zweier deutscher Soldaten in Afghanistan ist am Montag (27.6.) ein Untersuchungsteam der Bundeswehr Richtung Kundus aufgebrochen. Es soll klären, ob die Explosion ein Unfall oder ein Anschlag war.

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Beim Waffen-Verladen explodierten zwei Lastwagen

Beim Verladen von Munition war es am Samstagnachmittag (25.6.2005) im nordafghanischen Rustak zu Explosionen gekommen. Dabei wurden zwei deutsche Soldaten (ein Hauptfeldwebel und ein Oberfeldwebel) sowie sechs Afghanen getötet. Wie es zu der Detonation kam, ist noch ungewiss - das Untersuchungsteam soll Licht in die Angelegenheit bringen.

Die Soldaten hatten Waffen verladen, die Warlords bei den Truppen abgegeben hatten. Beim Verladen auf zwei zivile Lastwagen halfen Einheimische den in Kundus stationierten Bundeswehrsoldaten als Träger. Dabei gab es der Schilderung zufolge zwei große Explosionen, beide Lkws flogen in die Luft.

Unfall wahrscheinlich, Bombe nicht auszuschließen

Das Einsatzkommando der Bundeswehr blieb zunächst bei der Einschätzung, dass es sich bei der Explosion in der Provinz Takhar wahrscheinlich um einen Unfall gehandelt habe: "Es deutet vieles darauf hin", sagte der Sprecher. Aber auch ein Anschlag sei nicht auszuschließen, "weil es bei der Verladung von Munition immer Schwachpunkte gibt".

Auch eine Sprecherin der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) sowie afghanische Behörden halten es für möglich, dass ein gezielter Angriff stattgefunden habe. Der Sicherheitschef der Provinz Takhar, Ghulam Hasrat, sagte der afghanischen Nachrichtenagentur Pajhwok: "Die Fahrzeuge könnten mit einer ferngezündeten Bombe in die Luft gesprengt worden sein." Für konkrete Aussagen sei es aber noch zu früh.

Verteidigungsminister Peter Struck hat nach eigenen
Angaben keinen Hinweis auf einen Anschlag. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan vermutet, dass der schlechte Zustand der Munition und Waffen, die verladen werden sollten, zur Explosion geführt hat.

Verletzte auf Weg nach Deutschland

Bei der Explosion des Munitionstransports waren außerdem drei Bundeswehrsoldaten und ein afghanischer Dolmetscher verletzt worden. Ein Soldat mit mittelschweren Splitterverletzungen sowie der Dolmetscher sind nach Angaben des Bundeswehr-Sprechers auf dem Weg nach Deutschland. Sie seien außer Lebensgefahr und sollten im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz behandelt werden. Die beiden anderen verletzten deutschen Soldaten hätten einen Schock erlitten und würden am Ort versorgt.

Die zwei getöteten Bundeswehrsoldaten seien unterdessen vom Explosionsort in der Provinz Takhar ins etwa 120 Kilometer nordöstlich gelegene Kundus gebracht worden. Sie sollen im Lauf der Woche nach Deutschland überführt werden.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai bedauerte den Tod der Soldaten. Die deutschen ISAF-Soldaten und die sechs afghanischen Opfer hätten ihr Leben dabei verloren, Afghanistan zu helfen. Das afghanische Volk werde die Opfer nie vergessen. Auch Außenminister Joschka Fischer sprach der Bundeswehr und den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. (reh)

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