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Fußball

Und wieder ist es Brasilien

Am Ende siegen doch die Favoriten: Brasilien schlägt die USA im Finale mit 3:2 und gewinnt den Confed-Cup, Spanien sichert sich Platz drei durch ein 3:2 nach Verlängerung gegen Südafrika.

Amerikanische Fans halten ein Schild mit der Aufschrift Yes we can hoch (Foto: AP)

Brasilien kann´s besser!

Die Fußballwelt stand zweimal kurz vor einer Revolution am Sonntag in Südafrika. Erst wehren sich die Gastgeber bis in die Verlängerung gegen die Europameister aus Spanien, dann muss Brasilien im Finale des Confed-Cups einen 0:2-Rückstand gegen die USA aufholen.

Landon Donovan, Schütze des 2:0. (Foto: AP)

Landon Donovan, Schütze des 2:0

Nach 45 Minuten konnte einem Angst und Bange werden um die Titelverteidiger aus Brasilien. Zwar hatten sie sich gegen die Underdogs aus den USA die größere Anzahl an Tormöglichkeiten herausgespielt, die Treffer aber markierten die US-Boys Clint Dempsey (10.) und Landon Donovan (27.). Es waren die beiden ersten Torschüsse, die ihre Mannschaft in dieser Partie abgegeben hatte. Und kurz vor der Pause konnte man auch spielerisch keinen Unterschied mehr ausmachen zwischen den Ballzauberern vom Zuckerhut und den Amerikanern, bei denen der Fußball immer noch nur die Sportart Nummer vier oder fünf ist, gemessen an den Beliebtheitswerten.

Brasilianischer Blitzstart nach der Pause

Luis Fabiano feierte mit den Funktionären auf der Trainerbank (Foto: AP)

Das Spiel gedreht: Luis Fabiano, zweifacher Torschütze

Sofort nach Wiederanpfiff offenbarten die Brasilianer ihre wahren Qualitäten. Luis Fabiano traf in der 46. Minute zum Anschluss und in der 74. zum Ausgleich. Er sicherte sich mit seinen Toren Nummer vier und fünf auch die Torjägerkrone bei diesem Turnier. Die gesamte zweite Halbzeit zeigten die Südamerikaner einen wahren Sturmlauf auf das Tor des vorzüglichen Tim Howard, der aber in der 84. Minute bei Lucios Siegtor zum dritten mal hinter sich greifen musste. Die Brasilianer freuten sich anschließend wie Kinder über ihren dritten Gewinn des Confed-Cups nach 1997 und 2005. Für die USA war schon die Teilnahme an diesem Endspiel ihr größter Erfolg in der Verbandsgeschichte. Die 52.000 Zuschauer in Johannesburg sahen ein spannendes und spielerisch teilweise hochklassiges Finale.

Spiel um Platz drei: Erst Siesta, dann olé!

"Vergessen Sie alles, was sie in den ersten 72 Minuten gesehen hatten", riet der Fernsehkommentator den Zuschauern des Spiels um Platz drei. Denn bis dahin tat sich rein gar nichts auf dem Platz. Sowohl die in den letzten drei Jahren doch so berauschenden Spanier noch die bemühten Gastgeber aus Südafrika verstanden es, sich Chancen herauszuspielen. Deutlich war beiden Teams anzumerken, dass die lange Saison viel Kraft gekostet hat.

Südafrikas Siboniso Gaxa (l.) will Albert Riera den Ball abjagen (Foto: AP)

Südafrikas Siboniso Gaxa (l.) will Albert Riera den Ball abjagen

Um so überraschender war das, was dann passierte: Südafrika ging durch den erst neun Minuten zuvor eingewechselten Ketlega Mphela mit 1:0 in Führung. Es war das erste Mal überhaupt, dass "Bafana Bafana" gefährlich vor dem Tor von Iker Casillas auftauchte. Und in der Folge hätten die Gastgeber sogar noch erhöhen können, aber auf der anderen Seite traf Daniel Guiza in der 88. Minute erst zum Ausgleich, eine Minute später sogar zum 2:1. Die Südafrikaner schienen geschlagen, aber die Partie wurde mit zunehmender Spieldauer immer dramatischer. Erneut Mphela rettete die tapfer kämpfenden WM-Gastgeber des kommenden Jahres in der dritten Minute der Nachspielzeit in die Verlängerung.

Die brachte dann nur noch einen Treffer. Xabi Alonso rückte die Kräfteverhältnisse im Weltfußball in der 107. Minute wieder gerade - nach dem Rückstand gegen Südafrika und nachdem seine Spanier doch im Halbfinale gegen die USA mit 0:2 unterlegen waren. Olé! Für Südafrika war es trotz der Niederlage gegen den Europameister eine sportlich überaus gelungene Generalprobe für die WM.


Bericht: Tobias Oelmaier
Redaktion: Benjamin Wüst

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