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Aktuell Nahost

UN schlagen wegen Jemen-Krise Alarm

Dramatisch unterfinanziert. So bewerten die Vereinten Nationen die humanitäre Hilfe für den vom Bürgerkrieg zerrütteten Jemen. Die Friedensgespräche für das arabische Land wurden derweil unterbrochen.

Die bisherigen Hilfszusagen der internationalen Gemeinschaft seien "skandalös niedrig", beklagte der UN-Direktor für humanitäre Hilfe, John Ging, in New York. Nur etwa ein Sechstel der benötigten 1,8 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro) seien bislang eingegangen. Während unter anderem die USA, Großbritannien, die Europäische Union und Japan schon Geld überwiesen hätten, sei beispielsweise vom Nachbarland Saudi-Arabien in diesem Jahr noch nichts gekommen. Auch aus den anderen reichen Golfstaaten lägen keine Zusagen vor. Der Kreis der potenziellen Spender sei kleiner geworden, so Ging.

Die Krise im Jemen verschärfe sich, "aber sie erhält nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient", meinte der UN-Diplomat - und er nannte aktuelle Zahlen zur humanitären Situation in dem arabischen Land: Rund 13 Millionen Jemeniten seien derzeit auf Hilfsleistungen angewiesen, 7,6 Millionen Menschen litten unter einer unsicheren Ernährungslage, und 2,5 Millionen Bürger seien zu Flüchtlingen geworden.

"Reine Zeitverschwendung"

Die von den UN vermittelten Friedensgespräche zwischen Jemens Regierung und den Huthi-Rebellen stecken inzwischen in einer Sackgasse fest. Jemens Außenminister Abdel-Malak al-Mekhlafi forderte die Rebellen zur Unterzeichnung eines Dokuments auf, ohne das die Regierung nicht weiterverhandeln werde. In dem Dokument sollen sich die Rebellen zur Umsetzung der UN-Resolution 2216 bekennen: Darin fordert der Sicherheitsrat die Rebellen zum Rückzug aus allen eroberten Gebieten auf.

Huthi-Rebellen (Foto: AP)

Wollen sich nicht zurückziehen: Huthi-Rebellen

"Wenn die Rebellen nicht unterzeichnen, sind die Verhandlungen reine Zeitverschwendung", sagte Mekhlafi. Nach fast vier Wochen Gesprächen seien "keine Fortschritte" zu verzeichnen. Seine Delegation werde noch bis Samstag am Verhandlungsort in Kuwait-Stadt bleiben und dann über eine Abreise entscheiden.

Machtloser Präsident

Die schiitischen Huthi-Rebellen hatten Anfang 2015 die Hauptstadt Sanaa und andere Orte erobert und den sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht gezwungen. Seit 14 Monaten greift eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens die vom Iran unterstützten Rebellen aus der Luft an, um Hadi die Rückkehr an die Macht zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr waren bereits drei Anläufe für Friedensverhandlungen gescheitert.

wa/fab (afp, dpa, rtr)

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