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AIDS

UN melden Erfolge im Kampf gegen AIDS

Die Vereinten Nationen sehen Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die tödliche Immunschwäche-Krankheit AIDS. Doch es gibt nicht nur positive Nachrichten. Afrika ist jedoch nicht mehr das größte Sorgenkind.

Die Zahl der AIDS-Toten hat sich innerhalb eines Jahrzehnts weltweit fast halbiert , das geht aus dem jüngsten Bericht des AIDS-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) hervor. Demnach starben 2016 etwa eine Million Menschen an AIDS, auf dem Höhepunkt der tödlichen Epidemie im Jahr 2005 seien es noch 1,9 Millionen Menschen gewesen.

Mehr als die Hälfe aller HIV-Infizierten in Behandlung

Zudem waren im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der HIV-Infizierten weltweit in Behandlung. Von den 36,7 Millionen Infizierten 2016 erhielten 19,5 Millionen Männer, Frauen und Kinderlebensverlängernde Medikamente. UNAIDS-Direktor Michel Sidibé zeigte sich zuversichtlich, dass bis 2020 das Ziel erreicht wird, 30 Millionen HIV-Infizierten Zugang zu den nötigen Medikamenten zu ermöglichen.

Michel Sidibe UNAIDS Geschäftsführer (picture-alliance/dpa/J. Lane)

Unaids-Direktor Michel Sidibé ist zuversichtlich, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen

Dann sollen nach den Wünschen der UN 26 Milliarden Dollar, umgerechnet zirka 22,52 Milliarden Euro, für Anti-AIDS-Programme zur Verfügung stehen. "Wir werden weiter aufstocken, um jeden Bedürftigen zu erreichen und unser Versprechen zu erfüllen, dass wir niemanden zurücklassen", betonte Sidibé. Mit HIV-Medikamenten kann eine Vermehrung der Viren im Körper verhindert werden. Die Krankheit AIDS an sich ist aber bis heute unheilbar.

Große Fortschritte in Afrika - Rückschritt in Osteuropa und Zentralasien

Auch die Zahl der Neuinfektionen gingen zurück, allerdings laut Sidibé nicht schnell genug: 2016 wurden 1,8 Millionen Neuansteckungen erfasst, 16 Prozent weniger als 2010. Ein alarmierender Anstieg wurde jedoch in Osteuropa und Zentralasien registriert. Hier wurde eine Zunahme von 120.000 im Jahr 2010 auf rund 190.000 HIV-Fälle 2016 verzeichnet. In Russland betrug das Plus sogar 75 Prozent.

Symbolbild AIDS HIV Afrika Jugendliche (Getty Images/AFP/T. Kitamura)

Die Aids-Aufklärungsarbeit in Afrika zeigt Erfolge

Die größten Fortschritte sehen die UN-Experten im östlichen und südlichen Afrika, wo fast zwei Drittel der HIV-Infizierten leben: Die Zahl der Sterbefälle infolge von AIDS fiel dort von 2010 bis 2016 um 42 Prozent, die Neuinfektionen gingen um 29 Prozent zurück. Als Resultat habe sich die Lebenserwartung in Afrika im vergangenen Jahrzehnt um etwa zehn Jahre erhöht, heißt es in dem Bericht.

Deutschland auf gutem Weg zu den UN-Zielen

Zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit hatte die UN 2014 die sogenannten 90-90-90 Ziele festgelegt: 90 Prozent der Infizierten kennen ihren Status, 90 Prozent von ihnen sind in Behandlung, bei 90 Prozent der Behandelten ist das Virus nicht mehr nachweisbar. Der jetzt vorgestellte Welt-AIDS-Bericht zeigt, dass 2016 weltweit 70 Prozent der Infizierten von ihrer Erkrankung wissen. Von denen bekommen etwa 77 Prozent eine antiretrovirale Therapie, die bei wiederum 82 Prozent zu einer maßgeblichen Reduktion der Viruslast führt.

Besonders vorbildlich seien die Anstrengungen bei Aufklärung und Behandlung in Ländern wie Botswana, Kambodscha, Dänemark, Island und Großbritannien. Deutschland stehe wie zehn andere Länder auch kurz davor, die ambitionierten Ziele der UN zu erreichen. UNAIDS veröffentlichte den Bericht im Vorfeld einer großen AIDS-Konferenz in Paris, die von 23. bis 26. Juli in Paris stattfindet.

ww/sti (afp, dpa, epd)

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