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UN-Klimagipfel

UN-Klimakonferenz einigt sich auf Fahrplan zur Umsetzung des Pariser Klimapakts

Das Abschluss-Plenum beim Klimagipfel in Marokko dauerte unerwartet lange, doch am Ende stand ein Erfolg: ein Zeitplan für die Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele. Einem Teilnehmer wurde eine besondere Ehrung zuteil.

In dem Papier, das beim Klimagipfel in der marokkanischen Metropole Marrakesch verabschiedet wurde, verpflichten sich die Teilnehmerstaaten lediglich, im kommenden Jahr erneut zusammenzukommen, um ihre Fortschritte beim Klimaschutz zu "überprüfen". Trotzdem ist die Einigung als Meilenstein im Kampf gegen die Erderwärmung zu bezeichnen. "Die Bedrohung durch den Klimawandel ist echt - aber unsere Antwort auf die Bedrohung ist es auch", sagte UN-Klimachefin Patricia Espinosa.

Ziel der Maßnahmen ist die Umsetzung der Klimaschutzziele, auf die sich die Staatengemeinschaft vor einem Jahr auf dem UN-Gipfel in Paris geeinigt hatte. Darin heißt es, die Erderwärmung solle auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden. Dafür reichen die bisher vorliegenden nationalen Zusagen bei weitem nicht aus. Gleichwohl zogen viele Beobachter eine positive Gipfelbilanz. So erklärte Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan, in den vergangenen beiden Wochen habe sich "eine neue Entschlossenheit" gezeigt, das Abkommen von Paris umzusetzen.

Im Schatten von Trump

Überschattet wurden die Verhandlungen in Marrakesch vom Wahlsieg des erklärten Klimawandel-Leugners Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl in der vergangenen Woche. Der Republikaner hatte im Wahlkampf gesagt, er werde als US-Präsident den Pariser Klimapakt aufkündigen.

UN Klimakonferenz COP22 in Marokko Salaheddine Mezouar (Getty Images/AFP/F. Sienna)

Eindringlicher Appell an Donald Trump: Salaheddine Mezouar

Die Klimaerwärmung nannte er in einer Twitter-Mittteilung einen "Scherz", bei anderer Gelegenheit bezeichnete er sie als Erfindung der Chinesen.

Der Vorsitzende der UN-Klimakonferenz, Marokkos Außenminister Salaheddine Mezouar, hatte am letzten Verhandlungstag einen eindringlichen Appell an den designierten US-Präsidenten gerichtet. Die internationale Gemeinschaft stehe in einem "großen Kampf für die Zukunft unseres Planeten", sagte Mezouar. Es gehe dabei um die "Würde von Abermillionen Menschen". Die Botschaft der Konferenz an Trump laute: "Wir zählen auf Ihren Pragmatismus und Ihren Geist der Verpflichtung."

Fidschi lädt 2017 nach Bonn

Mittlerweile stehen auch Details für die nächsten beiden Klimagipfel fest: Im kommenden Jahr werden sich die Delegierten in Bonn treffen, die Präsidentschaft übernimmt die pazifische Inselrepublik Fidschi.

Für 2018 übertrugen die Delegierten die Präsidentschaft an Polen, das die Konferenz ausrichten wird. "Dass uns diese Ehre zuteil wird, ist für Polen ein großer Erfolg", sagte der polnische Umweltminister Jan Szyzko. "Klimapolitik ist Polen sehr wichtig." Sein Land steht jedoch immer wieder in der Kritik, weil es an der klimaschädlichen Kohle festhält, die für die heimische Wirtschaft von großer Bedeutung ist.

Geburtstagsständchen vom Präsidenten

Eine besondere Ehrung erfuhr ein Delegierter aus Mali: Um Mitternacht intonierte Konferenzleiter Salaheddine Mezouar mitten in der Sitzung das Lied "Happy Birthday" für den Afrikaner. Dieser erhob sich anschließend und verneigte sich dankend in die Runde. Zumindest er wird sich über die zähen Verhandlungen gefreut haben: Wären die Verhandlungen planmäßig zuende gegangen, hätte er dieses persönliche Highlight nicht erlebt.

mak/jj/qu (afp, dpa)