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Europa

Umweltschutzbank in Polen

Die Umweltschutzbank "BOS“ gehört zu den großen Banken in Polen. Seit ihrer Gründung vor 18 Jahren hat sie Kredite für 40.000 Umweltprojekte vergeben. Der Staat übernimmt dabei bis zu 90 Prozent der Kreditzinsen.

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Das grüne Ahornblatt steht für ethisch korrekte Kredite.

Ein dreistöckiges Altbaugebäude im Zentrum von Krakau. Über dem Eingang hängt ein großes Schild mit den Buchstaben „BOS“ und einem grünen Ahornblatt im „O“. Das ist das Symbol von „Bank Ochrony Srodowiska“ - auf Deutsch „Umweltschutzbank“ (mehr...) .

Innen erklärt ein Berater einer jungen Frau die Finanzierungspläne. Magdalena Synowiec plant eine biologische Kläranlage hinter ihrem Haus. Vor einem Jahr hat sie bereits einen Kredit von 7000 Euro von der Umweltschutzbank bekommen. Mit diesem Geld konnte die junge Mutter eine Solaranlage für Warmwasser und einen Holzkamin finanzieren. „Jede Bank bietet bestimmte Produkte an, aber es gibt sonst keine Bank in Polen, die ökologische Projekte fördert. Außerdem bietet sie günstige Kredite mit niedriger Verzinsung an, deshalb bin ich hierher gekommen“, erzählt Synowiec.

Vom kleinen Mann bis zum großen Unternehmen

Jaroslaw Pudo leitet die Filiale in Krakau, in der 40 Angestellte arbeiten. Es ist eine von insgesamt 19 Zweigstellen in Polen. „Direkt nach dem Umbruch in Polen haben Unternehmer, die im Umweltschutz engagiert waren, darauf aufmerksam gemacht, dass sie auch eine Bank brauchen, die Umweltschutzinvestitionen finanziert“, sagt er. Die Bank sei eine kommerzielle Bank. Zu ihren Kunden zählten große und kleine Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen.

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Mit steigendem Umweltbewusstsein nimmt auch die Hemmschwelle ab, "grüne Kredite" in Anspruch zu nehmen.

Rund fünf Prozent aller Kredite im polnischen Umweltschutz wurden von der Umweltschutzbank bereitgestellt. Der Hit seien Solar- und Kläranlagen gewesen, erklärt Bankdirektor Pudo. „Weitere Kredite haben wir für die Umrüstung auf Autogas bei Autos und für die Heizungsmodernisierung vergeben.“ Die großen Unternehmen hätten die Kredite vor allem für den Bau von Windparks oder der Modernisierung von Filtern gebraucht.

Das Bewusstsein für Umweltschutz wächst

Besonders in den letzten drei Jahren sei die Nachfrage stark gewachsen, freut sich der Bankdirektor. „Es ist doch klar: Wenn es dem Land besser geht, und Polens Wirtschaft ist in der letzten Zeit schnell gewachsen, dann werden auch die Bürger umweltbewusster und sind bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Wir wissen, dass nicht nur ökonomische Aspekte dahinter stehen, sondern auch Trends und ein gewisser Lebensstil“, sagt er.

Den Kreditvertrag für die Kläranlage hat Magdalena Synowiec inzwischen unterschrieben. Sie ist überzeugt, dass auch diese Investition für Umwelt und Geldbeutel ein Gewinn sei - so wie auch ihr erster Kredit für die solarunterstützte Holzheizung vor einem Jahr. „Wir müssen auf die umweltfreundlichen Energieträger setzen. Eins ist sicher: Wenn es keine Umweltschutzbank gäbe, könnte ich keine Solaranlagen installieren.“

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