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Wirtschaft

Ukraine-Krise treibt Weizenpreis

Wegen der gespannten Lage zwischen der Ukraine und Russland steigen die Preise für Getreide. Die Ukraine ist bei Weizen und Mais ein Export-Schwergewicht auf dem Weltmarkt.

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland bewegt auch die Getreidemärkte. Bereits seit Anfang Februar ging es mit dem Preis für Weizen stark nach oben. Die jüngste Zuspitzung im Streit um die ukrainische Halbinsel Krim löste zu Beginn der Woche den stärksten Preissprung beim Weizen seit 2012 aus. Der Preis für einen Scheffel zur Auslieferung im Mai erreichte an der Rohstoffbörse in Chicago mit mehr als 6,40 US-Dollar den höchsten Stand seit Mitte Dezember und hat sich seit dem auf dem Niveau auch gehalten, sagt Eugen Weinberg, Analyst bei der Commerzbank. Ursache für den Preisanstieg sei die Sorge der Marktteilnehmer vor verzögerten Getreidelieferungen aus der Ukraine

Preisanstieg überfällig

Bereits seit Anfang Februar seien die Preise um rund 15 Prozent gestiegen. Das hinge ganz klar mit den Entwicklungen in der Ukraine zusammen, so Weinberg gegenüber DW.DE. Allerdings seien die Preise auf dem Weltmarkt vorher stark gefallen und eine Korrektur sei überfällig gewesen. Im vergangenen Oktober war für einen Scheffel noch rund sieben Dollar bezahlt worden und damit etwa elf Prozent mehr als der aktuelle Weltmarktpreis. Nach Weinberg, könne es einen weiteren Preisanstieg geben, beispielsweise, wenn sich die Lage in der Ukrainer weiter zuspitzen würde oder die Ernte nicht so gut ausfallen würde wie erwartet.

Die Ukraine zählt zu den Schwergewichten im weltweiten Getreidehandel. Bei Weizen ist das Land mit seinen rund 45 Millionen Einwohnern nach Einschätzung von Experten der Commerzbank die Nummer sechs unter den weltgrößten Exporteuren. "Bei Mais hat es sich in den letzten Jahren auf die Position drei hinter den USA und Brasilien vorgearbeitet", heißt es in einer Analyse von Commerzbank-Expertin Michaela Kuhl. Der Preis für Mais stieg zuletzt ebenfalls stark und erreichte zu Wochenbeginn bei 4,82 Dollar je Scheffel den höchsten Stand seit September.

Angst vor Lieferverzögerungen

Die Commerzbank-Experten zählen die Angst der Marktteilnehmer vor Lieferverzögerungen in der Ukraine zu den Gründen für den Preisanstieg. "Mehrere Millionen Tonnen an bereits verkauftem Weizen und Mais harren noch ihrer Verschiffung", erklärt Expertin Kuhl. Viele Produzenten sollen demnach ihre Ware zurückhalten, um sich damit gegen einen Verfall der ukrainischen Landeswährung Griwna abzusichern. Dagegen geht der US-Getreidehändler Archer Daniels-Midland (ADM) laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg davon aus, dass die Krise bisher noch keine spürbaren Auswirkungen auf die Geschäfte in der Ukraine habe.

Weizenernte

Im Getreidehandel ist die Ukraine die Nummer sechs

Das versichert auch das führende ukrainische Agrarunternehmen. Bisher gebe es noch keine Probleme, sagte Andrey Verevskiy, Chef der Kernel Holding, Bloomberg zufolge. Die Geschäfte mit Getreide würden in der Ukraine und in Russland weiterhin normal laufen. Generell ist das Geschäft mit Weizen in der Ukraine auf starkem Expansionskurs. Der Interessenverband International Grains Council hatte zuletzt geschätzt, dass die Ukraine im laufenden Jahr 21,5 Millionen Tonnen Weizen produzieren wird und die Menge 2015 auf 22,4 Millionen Tonnen steigern wird.

US-Winter treibt Preise

Neben der Krim-Krise gilt der ungewöhnlich harte Winter in den Getreideanbaugebieten der USA als Preistreiber am Weltmarkt. "Sorgen macht am Weizenmarkt auch die übermäßige Kälte in den USA", schreibt Commerzbank-Expertin Kuhl. Da es in vielen Gebieten zudem zu trocken sei, wachse die Furcht vor Schäden an den jungen Pflanzen. Außerdem sieht Kuhl in den Anbaugebieten der USA eine erhöhte Gefahr einer späten Frostperiode und damit verbundener Ernteausfälle.

iw/bea (dpa)

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