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Aktuell Amerika

U-Bahn-Mitarbeiter in Sao Paulo setzen Streik aus

Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft wollen die U-Bahn-Mitarbeiter in Sao Paulo vorerst nicht weiterstreiken. Gibt es keine Lösung im Tarifstreit, wird der Streik aber fortgesetzt - pünktlich zum WM-Eröffnungsspiel.

U-Bahn-Gewerkschafter und Vertreter der Millionenmetropole Sao Paulo beendeten ein weiteres Treffen ergebnislos. Die "Hauptforderung" bleibt: Wiedereinstellung von 42 Angestellten, die wegen ihrer Beteiligung an dem vor fünf Tagen begonnenen Arbeitskampf entlassen worden waren. Das sagte Gewerkschaftschef Altino Melo dos Prazeres. Weitere Gespräche seien für Mittwoch geplant.

Viele Mitarbeiter der U-Bahn streikten am Montag erneut, obwohl ein Gericht die Aktionen für illegal erklärt hatte. Die Arbeitnehmer fordern außerdem eine Lohnerhöhung um zwölf Prozent, während das staatliche Unternehmen 8,7 Prozent bietet.

Stillstand auf den Straßen Sao Paulos

Die Streikpause kommt allen Bewohnern und Touristen zugute: Sie haben den Arbeitskampf deutlich zu spüren bekommen. Viele Fans, die zur WM angereist sind, mussten am Montag allein am internationalen Flughafen der Stadt zwei Stunden auf ein Taxi warten und benötigten mindestens ebensoviel Zeit, um in ihre Hotels zu kommen. Der Ausstand führte in den vergangenen Tagen zu Rekordstaus in Sao Paulo. Auch am Montagabend waren noch 20 der 65 U-Bahn-Stationen in der Elf-Millionen-Metropole geschlossen.

Der Stadt mit ihren etwa 20 Millionen Einwohnern droht wegen des Streiks ein anhaltendes Verkehrschaos. Auf die U-Bahn sind täglich 4,5 Millionen Menschen angewiesen. Zum Eröffnungsspiel der Fußball-WM werden etwa 60.000 Fans erwartet - sowie die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und etwa ein Dutzend weitere Staats- und Regierungschefs. Am Sonntag rief Rousseff ihre Landsleute angesichts des Streiks und der Proteste gegen soziale Missstände im Land zur Ruhe auf.

Überschwemmungen im Süden

Heftige Regenfälle haben unterdessen zu Überflutungen im Süden Brasiliens geführt. Mindestens neun Menschen sind ums Leben gekommen. Allein im südlichen Bundesstaat Paraná wurden nach Behördenangaben die Häuser von mehr als 55.000 Menschen überflutet, sechs Menschen galten als vermisst. Gouverneur Beto Richa verhängte über 79 betroffene Städte den Notstand und kündigte Finanzhilfen von umgerechnet gut 1,9 Millionen Euro an. Im benachbarten Bundesstaat Santa Catarina wurden 24 Städte überflutet, mindestens 16.000 Menschen waren betroffen.

Präsidentin Rousseff versprach den Opfern "jede notwendige Unterstützung". Paranás Hauptstadt Curitiba, wo die spanische Nationalmannschaft während des Sportgroßereignisses ihren Stützpunkt hat, ist einer der zwölf Austragungsorte. Die Stadt selbst blieb von den Fluten aber weitgehend verschont. Die am stärksten von den Überschwemmungen betroffenen Gegenden liegen etwa 300 Kilometer entfernt.

nis/kle (afp, rtr)