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Typisch deutsch

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Der gelernte Journalist und SPD-Politiker Egon Bahr gilt als Architekt der deutschen Ostpolitik seit den 60er Jahren. Seine Formel vom „Wandel durch Annäherung“ schuf dafür die Grundlage.

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Egon Karl-Heinz Bahr wurde am 18. März 1922 in Treffurt an der Werra/Thüringen als einziges Kind eines Lehrers und einer Bankbeamtin geboren. Die aus ursprünglich Schlesien stammende Familie zog 1938 von Torgau nach Berlin, nachdem der Vater während der Nazi-Zeit aus dem Schuldienst entlassen worden war, da er sich nicht von seiner Frau trennen wollte, deren Mutter Jüdin war. Trotzdem leistete Bahr von 1942-44 Kriegsdienst, zuletzt als Fahnenjunker. Er wurde jedoch 1944 wegen seiner jüdischen Großmutter als „wehrunwürdig“ aus der Wehrmacht entlassen und bis 1945 bei Rheinmetall-Borsig dienstverpflichtet. Eigentlich wäre er gerne Musiker geworden. Aber das galt als brotlose Kunst. Deshalb arbeitete er nach Kriegsende zunächst als Journalist, unter anderem als Reporter bei der "Berliner Zeitung", später als Chefredakteur beim Rias. Seit 1956 ist Egon Bahr SPD-Mitglied. 1960 berief ihn Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von Berlin, an die Spitze des Presse- und Informationsamtes. In dieser Funktion erlebte er auch den Besuch von John F. Kennedy in Berlin und dessen berühmte Worte: „Ich bin ein Berliner“. Nach der Bundestagswahl 1969 wurde Bahr beamteter Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Ende Oktober zusätzlich Bundesbevollmächtigter für Berlin. Nach der Wahl 1972 machte ihn Brandt zum Bundesminister für besondere Aufgaben, und damit zu seinem ständigen Berater in allen Fragen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Weitere Stationen seines beruflichen Lebens waren die Arbeit als Bundesgeschäftsführer der SPD und ab 1984 die Leitung des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Egon Bahr lebt in Berlin und ist in dritter Ehe verheiratet. Er hat drei Kinder.