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Politik

Tunesien wirbt wieder um Touristen

Die Strände sollen sich wieder füllen. Drei Wochen nach dem Sturz von Präsident Ben Ali kündigt die tunesische Übergangsregierung das Ende des Ausnahmezustands an. Vor allem will sie die Urlauber wieder ins Land locken.

Ein leerer Strand im Urlaubsort Sousse in Tunesien (Foto: dpa)

Ein leerer Strand im Urlaubsort Sousse in Tunesien

Der Aufstand in Tunesien, der zur Vertreibung des langjährigen Staatschefs Zine El Abidine Ben Ali führte, hat der wichtigen Tourismusindustrie in dem nordafrikanischen Land einen empfindlichen Rückschlag versetzt. Die Zahl der Urlauber und die Einnahmen im Fremdenverkehr sind im Januar um 40 Prozent eingebrochen. Das gab der neue Tourismusminister Mehdi Haouas in Tunis bekannt. Aus Tunesien, wo der Sturz von Ben Ali von Plünderungen und Gewalt begleitet worden war, mussten im Dezember und Anfang Januar tausende Touristen in Sicherheit gebracht werden. Im Februar sei mit einem weiteren Rückgang der Einnahmen zu rechnen, so Houas.

Der Tourismus trägt sechs Prozent zur Wirtschaftsleistung in Tunesien bei. Rund 400.000 Menschen oder vier Prozent der Bevölkerung finden dort ihr Einkommen. Umso mehr liegt der Übergangsregierung am Herzen, ausländische Urlauber davon zu überzeugen, dass sich die Lage allmählich normalisiert.

Ausgangssperre wird aufgehoben

Gähnende Leere am Schalter von Tunisair am Düsseldorfer Flughafen (Foto: dpa)

Gähnende Leere am Schalter von Tunisair am Düsseldorfer Flughafen

Der Tourismusminister versicherte, die Sicherheitslage habe sich in den letzten Tagen deutlich verbessert. Die seit Mitte Januar geltende nächtliche Ausgangssperre und die anderen Sonderregelungen würden in der kommenden Woche aufgehoben. Ausländische Touristen könnten jetzt sicher sein, ihre Ferien "in totaler Sicherheit und einer Atmosphäre absoluter Freiheit" verbringen zu können. Die Behörden lockerten bereits das Ausgehverbot. Es gilt jetzt von Mitternacht bis 04.00 Uhr morgens, wie die amtliche Nachrichtenagentur TAP berichtete.

Houas zeigte sich zuversichtlich, dass die Touristen im Frühjahr wiederkommen würden. In den nächsten Tagen wolle die Regierung ihre Kontakte zu den Reiseveranstaltern verstärken und sie von der verbesserten Sicherheitslage überzeugen. Zudem sei eine Werbekampagne geplant, die wieder Touristen ins Land locken solle. Schon im Frühling könne der Sektor seine Wirtschaftskraft aus der Zeit vor den Unruhen wieder erreicht haben.

EU will Ben Alis Vermögen einfrieren

Der ehemalige tunesische Präsident Ben Ali (Archivfoto 2009: dpa)

Der ehemalige tunesische Präsident Ben Ali

Aus EU-Kreisen verlautete derweil, man wolle die Vermögen von 46 Verbündeten und Angehörigen des tunesischen Ex-Machthabers Zine El Abidine Ben Ali und dessen Frau einfrieren. Der Entscheidung seien Beratungen mit Behörden der neuen tunesischen Regierung vorausgegangen. Die EU hatte zuvor Sanktionen gegen Ben Ali und dessen Frau angekündigt und zugesagt, Tunesien auf dem Weg zu einer Demokratie zu helfen.

Tunesien hat einen internationalen Haftbefehl gegen Ben Ali verhängt und ihm vorgeworfen, illegal Geld ins Ausland gebracht zu haben. Der tunesische Ex-Staatschef war vergangenen Monat nach Saudi-Arabien geflohen.

Zahlreiche Tunesier brachten am Freitag ihre Unterstützung für die Regimegegner in Ägypten bei einer Demonstration zum Ausdruck. Rund 1000 Menschen forderten vor der ägyptischen Botschaft in Tunis friedlich einen Rücktritt des 82-jährigen Machthabers Husni Mubarak.

Autor: Reinhard Kleber (afp, dpa, dapd)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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