Trump wirft Japan unfaire Handelspraktiken vor | Aktuell Welt | DW | 06.11.2017
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Trump in Asien

Trump wirft Japan unfaire Handelspraktiken vor

US-Präsident Donald Trump spielt bei seinem Besuch in Japan nicht nur Golf, er spricht auch über Wirtschaft und die amerikanisch-japanischen Handelsbeziehungen. Die könnten seiner Ansicht nach fairer sein.

"Wir wollen fairen und offenen Handel, aber im Augenblick ist unser Handel mit Japan nicht fair und offen", sagte US-Präsident Trump vor Wirtschaftsvertretern in Tokio. Die USA litten sei "vielen, vielen Jahren" unter "massiven Handelsdefiziten" mit Japan. "Also werden wir verhandeln müssen, und das werden wir auf freundliche Weise tun", fügte Trump hinzu.

Gleichzeitig verteidigte er den Rückzug der USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP. Dieses sei nicht die richtige Idee gewesen. "Wir werden mehr Handel haben als im Rahmen von TPP, und die Situation wird viel weniger komplex sein".

TPP sollte rund um den Pazifik die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Der Vertrag war im Februar 2016 unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft getreten. Die elf Handelspartner repräsentieren 800 Millionen Menschen und 40 Prozent der Weltwirtschaft. Drei Tage nach seinem Amtsantritt hatte Trump das Abkommen aufgekündigt. Die restlichen Staaten wollen nun großenteils ohne Amerika weiter vorangehen.

Druck auf Nordkorea

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe erklärte der US-Präsident, die Ära strategischer Geduld mit Nordkorea sei vorbei. Sein Gastgeber fügte hinzu, Dialog um des Dialogs willen habe keinen Sinn. "Wir wollen durch alle möglichen Mittel den Druck auf Nordkorea bis zum Maximum erhöhen", kündigte Abe an. So werde das Vermögen von 35 nordkoreanischen Organisationen und Einzelpersonen in Japan eingefroren.

Japan Donald Trump und Kaiser Akihito (Reuters/E. Hoshiko)

Höfliches Kopfneigen von Donald Trump (links) bei der Begrüßung des Kaisers Akihito ...

Aufmerksam wurde registriert, wie Trump den japanischen Kaiser Akihito begrüßte. Er neigte nur respektvoll den Kopf, verbeugte sich aber nicht tief wie sein Amtsvorgänger Barack Obama vor acht Jahren. Diese Geste, die dem Protokoll des Kaiserhauses entspricht, hatte Obama in konservativen Kreisen seines Heimatlandes Kritik eingebracht. Ein US-Präsident habe sich nicht den Sitten anderer Staaten zu unterwerfen, hieß es damals.

Japan Barack Obama und Kaiser Akihito (Reuters/J. Young)

... aber keine tiefe Verbeugung, wie sie Barack Obama 2009 zeigte

Trump war am Samstag in Japan eingetroffen. Nach einem Besuch bei US-Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Yokota reiste er weiter in die Hauptstadt Tokio, um dort mit Ministerpräsident  Abe eine Runde Golf zu spielen und gemeinsam zu Abend zu essen.

Japan - Donald Trump und Shinzo Abe beim Golf (Reuters/Kyodo/Japan's Cabinet Public Relations Office)

Für eine Runde Golf mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe muss Zeit sein

Trumps fast zweiwöchige Asienreise wird den Präsidenten auch noch nach Südkorea, China, Vietnam und auf die Philippinen führen. Der Konflikt mit Nordkorea dürfte im Mittelpunkt seiner Gespräche stehen. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern stehen Handelsfragen auf Trumps Prioritätenliste aber ebenfalls weit oben.

rk/jj/kle (afp, dpa)

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