Trump: ″Nicht wie ein Reh auf der Lichtung″ | Aktuell Amerika | DW | 01.03.2018
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Diskussion über das US-Waffenrecht

Trump: "Nicht wie ein Reh auf der Lichtung"

Welche Folgen das Massaker von Parkland haben muss? Der US-Präsident hätte da zwei, drei Vorschläge. Und er beschwört poetische Bilder herauf. Derweil reagiert die Wirtschaft auf handfeste Weise.

"Wir müssen etwas tun", sagte US-Präsident Donald Trump bei einem überparteilichen Treffen mit Senatoren und Abgeordneten. "Wir können nicht warten und Spielchen spielen", sagte er. "Wir sind entschlossen, unsere Trauer in Taten zu verwandeln." Und: Man dürfe keine Angst vor der Waffenlobby NRA haben.

Die Diskussion im Weißen Haus wurde live übertragen. Zwei Wochen nach den Todesschüssen an einer Schule in Florida, wo ein 19-Jähriger 17 Menschen erschossen hat, ringt das ganze Land um die Frage, ob das Waffenrecht verschärft werden muss. Der Präsident erneuerte bei dieser Gelegenheit seine Vision von einer "abgehärteten" Schule. Man könne nicht einfach "wie ein Reh auf der Lichtung" stehen, sagte Trump. Mögliche Angreifer müssten befürchten, dass "auch Kugeln aus der anderen Richtung kommen", sonst werde sich nichts ändern. "Ich fühle das."

Der widersprüchliche Präsident

Trump untermauerte seinen Vorschlag, Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern zu verbessern. "Sie müssen massiv sein", sagte er. Der US-Präsident sprach sich auch für eine höhere Altersgrenze für Gewehre aus, wie sie oft bei Überfällen auf Schulen verwendet werden. Zudem werde an einem präsidialen Dekret gearbeitet, mit dem er Schnellfeuerkolben verbieten werde. "Wir können das", sagte Trump. Es ist aber rechtlich umstritten, ob der Präsident diese Aufsätze, mit denen ein halbautomatisches Gewehr wie ein Maschinengewehr funktioniert, ohne den Kongress verbieten kann.

Trump sagte, er wolle nicht, dass psychisch Kranke Waffen haben. Bald nach seinem Amtsantritt hatte er jedoch eine Regelung aufheben lassen, die psychisch Kranken den Kauf von Waffen verbietet.

Keine Schusswaffen an Teenies

Derweil spürt die Wirtschaft den enormen Druck, den vor allem die Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland/Florida aufgebaut haben. Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat das Mindestalter für den Kauf von Schusswaffen gerade auf 21 Jahre erhöht: "Im Licht der jüngsten Ereignisse haben wir die Gelegenheit ergriffen, unsere Regeln beim Verkauf von Schusswaffen zu überprüfen."

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US-Waffengesetze: Ist das der Wendepunkt?

Kurz zuvor hatte die US-Sportladenkette Dick's Sporting Goods mitgeteilt, sie werde den Verkauf von Sturmgewehren und großen Magazinen beenden. Zudem solle an Menschen unter 21 Jahren keine Schusswaffen mehr verkauft werden, unabhängig von den Gesetzen des jeweiligen Staats. Die Tatsache, dass der 19-jährige Täter von Florida im November eine seiner Waffen in einem Dick's Laden gekauft habe, habe zu dieser Entscheidung geführt - auch wenn diese Waffe nicht die Tatwaffe gewesen sei, sagte Unternehmenschef Edward Stack.

rb/se (ap, afp, dpa, rtr)

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