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"Russian Connection"

Trump-Imperium plante im Wahlkampf einen Tower in Moskau

Die Immobilienfirma des heutigen US-Präsidenten hat zu Wahlkampfzeiten Pläne für ein solches Bauprojekt vorangetrieben. Dies bestätigt auch ein Anwalt Trumps - und widerspricht damit seinem Mandanten.

USA Trump Tower (Getty Images/S. Platt)

So ein Trump Tower wie der in New York war auch in der russischen Hauptstadt geplant

Als die Trump Organization im Herbst 2015 begann, an dem Großvorhaben in Russland zu arbeiten, hatte der Immobilienmogul seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bereits verkündet. Während der Wahlkampagne 2016 wurde das Tower-Projekt immer konkreter. Dies bestätigte jetzt auch Michael Cohen, ein Anwalt und früherer Chefberater Donald Trumps in einer Stellungnahme an den Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses.

Rechtsanwalt Michael Cohen (Picture alliance/AP Photo/R.Drew)

Rechtsanwalt Michael Cohen sagte aus

Der Ausschuss prüft ebenso wie der Sonderermittler Robert Mueller, ob es bei der Wahlkampagne zu russischen Einmischungen gekommen ist und ob es zwischen Trumps Team und russischen Stellen Absprachen gab. Eine Beteiligung Trumps an dem geplanten Bau in Moskau würde in klarem Widerspruch zu seinen wiederholten Zusicherungen stehen, keine Geschäftsbeziehungen zu Russland zu unterhalten.

Schlüsselfigur Sater

Cohen, ehemaliger Chefberater der Trump Organization, erläuterte, er habe gemeinsam mit Felix Sater, einem in Russland geborenen Partner mit guten Verbindungen dorthin, an dem Immobilienprojekt gearbeitet. Ihm seien aber 2016 Zweifel an der Umsetzbarkeit gekommen und man habe den Plan "aus geschäftlichen Gründen" zu den Akten gelegt.

Dem Sender ABC hatte der Trump-Anwalt gesagt, das Projekt sei im vergangenen Jahr noch in der Planungsphase gewesen. Man habe an ein Gebäude nach dem Vorbild eines Trump Towers gedacht, hierzu habe es eine Absichtserklärung gegeben. 

"Wir können das einfädeln"

Über das spektakuläre Vorhaben hatte zunächst die "Washington Post" berichtet. Demnach soll vor allem Sater darauf gedrängt und auch mit seinen Verbindung zu Kremlchef Wladimir Putin geprahlt haben. In einer E-Mail vom November 2015, aus der die Zeitung "New York Times" zitierte, schrieb Sater, Trump könne US-Präsident werden "und wir können das einfädeln".

Bei dieser Aussage handelt es sich um eines der bislang eindeutigsten Anzeichen dafür, dass Trump zumindest über eines seiner Unternehmen Verbindungen zu Russland hatte. Sater soll laut Presseberichten überdies erklärt haben, er habe die Finanzierung des Projekts über die russische VTB Bank geregelt, die wegen des Ukraine-Konflikts mit US-Sanktionen belegt war.

Sonderermittler Mueller untersucht derzeit mutmaßliche russische Hackerangriffe zugunsten Trumps im Wahlkampf sowie die mögliche Verwicklung seiner Mitarbeiter in die sogenannte Russland-Connection.

SC/jj (APE, afp, NYT)