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USA

Razzia bei Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort

Das FBI hat ein Haus des früheren Wahlkampfmanagers von Donald Trump, Paul Manafort, durchsucht. Gesucht wurde belastendes Material zur Russlandaffäre. Nach Angaben der Bundespolizei zeigte sich der Lobbyist kooperativ.

Paul Manafort (Imago)

Manafort in seiner Zeit als Trumps Wahlkampfmanager

Manafort ist eine wichtige Figur in den Ermittlungen um die mögliche Einflussnahme Russlands auf den letzten US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump. Laut "Washington Post", die zuerst über die Razzia am 26. Juli berichtet hatte, stellten die Beamten in Manaforts Anwesen in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia Dokumente und weiteres Material sicher. Gegenüber dem Bundesrichter, der die Razzia genehmigen musste, argumentierten die FBI-Ermittler, Manafort habe womöglich wichtige Informationen unterschlagen. Ein Sprecher des 68-Jährigen bestätigte Angaben des FBI, denen zufolge Manafort mit den Beamten kooperiert habe.

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Am Tag vor der Razzia hatte der Lobbyist vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats in vertraulicher Sitzung ausgesagt. Manafort ist seit Jahrzehnten eine schillernde Figur im Dunstkreis der republikanischen Partei in Washington. Ihm werden langjährige enge Kontakte nach Russland nachgesagt. So soll er seinen Einfluss genutzt haben, um Russlands Interessen in der Ukraine zu unterstützen. Vor seinem Engagement bei Trump diente Manafort unter anderem dem moskautreuen früheren Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, als Berater.

Undurchsichtig und gut vernetzt

Von Juni bis August 2016 hatte er den Wahlkampf Trumps geleitet, bevor der heutige Präsident ihn wegen seiner undurchsichtigen Kontakte zur früheren pro-russischen Regierung in der Ukraine entlassen musste. Manafort war in seiner Zeit als Wahlkampfmanager auch einer der Teilnehmer bei dem Treffen zwischen Trumps Sohn Donald Trump Jr., seinem Schwiegersohn Jared Kushner mit einer russischen Anwältin, die belastendes Material gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in Aussicht gestellt haben soll. Das Treffen gilt als bislang deutlichster Hinweis auf eine Verbindung zwischen dem Trump-Lager und Russland im Wahlkampf. Russland bestreitet die Vorwürfe der Einflussnahme.

Ermittlungen auf allen Ebenen

Dem Verdacht der russischen Einflussnahme auf die Wahl 2016 soll Sonderermittler Robert Mueller nachgehen. Neben Mueller untersuchen auch mehrere Kongress-Ausschüsse, ob Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen zusammengearbeitet hat, um sich Vorteile gegen Clinton zu verschaffen. Mueller setzte inzwischen eine Grand Jury ein, ein geheim tagendes Geschworenengremium, das seine Möglichkeiten zur Beweiserhebung deutlich ausweitet. So kann die Jury Vorladungen aussprechen und Zeugen zur Aussage zwingen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat die Grand Jury bereits die ersten Vorladungen verschickt.

qu/gri (rtr, dpa, afpe, APE)

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