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Politik & Gesellschaft

Trotz Gefahr - weitere Suche nach Vermissten

Die Suche nach weiteren Opfern der Havarie der "Costa Concordia" vor der Insel Giglio wird nun doch fortgesetzt. Das Wrack habe sich stabilisiert, teilten die Behörden mit. Für die Region wurde der Notstand ausgerufen.

Das havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio (Foto: dapd)

Die Zeit für die Retter wird knapp

Zudem gibt es Überlegungen, das Schiffswrack der "Costa Concordia" mit Hebeseilen an Felsen zu befestigen, damit es bei einem bevorstehenden Unwetter nicht ins Meer abrutschen kann. Eine Woche nach dem Unglück gelten noch immer 21 Menschen als vermisst. Die Suche nach ihnen war am Freitag abgebrochen worden, nachdem sich das fast 300 Meter lange gekenterte Kreuzfahrtschiff erneut bewegt hatte. Das Schiff drohte von der Unterwasserklippe, auf der es seit der Havarie liegt, hinunterzugleiten und ganz unterzugehen. An der Seite, die aus dem Wasser herausragt, sollen ab Tagesanbruch an diesem Samstag Rettungskräfte weiter nach den Vermissten suchen. Auch Taucher sollen wieder zum Einsatz kommen.

Nicht nur weil die Suche nach den Vermissten noch nicht abgeschlossen ist, sondern auch weil sich noch rund 2300 Tonnen Schweröl in den Tanks an Bord befinden, soll ein Sinken des Schiffes in tieferes Wasser in jedem Fall verhindert werden. Neben dem Schweröl könnten auch andere Materialen wie Diesel, Metalle, Putzmittel und Farben zu einer Umweltkatastrophe vor der toskanischen Insel Giglio führen.

Italiens Regierung ruft den Notstand aus

Die italienische Regierung rief unterdessen für die Region den Notstand aus. Der Minister für Parlamentsangelegenheiten, Piero Giarda, sagte in Rom, durch diesen Schritt sollten Gelder und zusätzliche Hilfe für die Gegend rund um die Mittelmeerinsel Giglio bereitgestellt werden, vor der das Schiff leckgeschlagen war.

Erste Schadenersatzklagen von Kreuzfahrtteilnehmern

Derweil haben deutsche Überlebende der Katastrophe einem Zeitungsbericht zufolge Schadenersatz von Reiseveranstalter und Reederei eingefordert. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung, die mit einem Anwalt gesprochen hatte, reichten zwei Ehepaare und eine Frau aus Nordrhein-Westfalen bereits Klage ein. Die fünf betroffenen Passagiere klagen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Insgesamt gehe es um eine Summe von rund 78000 Euro, hieß es.

Als das Kreuzfahrtschiff am 13. Januar, bei einem riskanten Manöver von Kapitän Francesco Schettino, einen Felsen dicht vor der Küste der Insel Giglio rammte, befanden sich rund 4200 Menschen an Bord. Elf Tote wurden bislang geborgen.

qu/wl ( dpa,afp)

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