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Kultur

Trinkwasserlage in Erdbebengebiet kritisch

Trotz der aus aller Welt eintreffenden Hilfe mangelt es vier Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java weiter an Trinkwasser und medizinischer Versorgung.

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Hilfe kommt zum Teil aus der Luft

Während die indonesische Regierung am Mittwoch (31.5.2006) erklärte, alle betroffenen Regionen erschlossen zu haben, klagten viele Überlebende über ausbleibende Hilfe. "Es gibt so viele, die Hilfe brauchen. Ich kann sie gar nicht alle erreichen", klagte einer der Helfer. Wachsende Sorge bereitet auch der nur 35 Kilometer nördlich von Yogyakarta entfernte Vulkan Merapi, der seine Aktivität bedrohlich verstärkt hat.

Indonesien Erdbeben Mann in Trümmern

Die Verzweiflung ist nach wie vor groß

Am Donnerstag (1.6.)korrigierte das Sozialministerium in Jakarta die Opferzahlen nochmals nach oben. Nach diesen Schätzungen verloren bei dem Erdbeben der Stärke 6,3 mehr als 6200 Menschen ihr Leben. Etwa 23.000 wurden verletzt. Tausende Häuser wurden zerstört, Schätzungen zufolge wurden 100.000 bis 200.000 Menschen obdachlos.

Weiterhin Mangel an Nahrung

Inzwischen ist die internationale Hilfe voll angelaufen. Täglich treffen Helfer und Tonnen an Nahrungsmitteln in der Katastrophengegend ein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dauert es jedoch zwei bis drei Tage, bis die Hilfe koordiniert ist und verteilt werden kann.

Indonesien Erdbeben Mann im Krankenhaus

Nicht alle Verletzten finden einen Platz im Krankenhaus

Der Fahrer eines Hilfsgütertransports, Sukiman, berichtete von der Frustration vieler Hilfsbedürftiger am Wegesrand: "Viele klagen. Sie haben nichts zu essen und brauchen Zelte zum Schlafen." Der Verantwortliche der nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe, Bambang Darmono, versicherte der Nachrichtenagentur AFP, die indonesische Armee sei mit Hubschraubern in schwer erreichbaren Regionen im Einsatz, um denen zu helfen, die auch nach vier Tagen noch keine Hilfe erhalten hätten.

Sorge vor Seuchen

Vor allem die Trinkwasserlage bleibt kritisch. Nach Angaben von UNICEF sind allein in der Gegend von Bantul neun von zwölf Wasserwerken durch das Beben zerstört oder ausgefallen. Hilfsorganisationen arbeiten mit allen Kräften an der Verteilung von Wassertanks, Wasserreinigungsmitteln und Wiederaufbereitungsanlagen in der Nähe der Notlager. "Um Seuchen zu verhindern, ist sauberes Wasser enorm wichtig", sagt CARE-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Jamann.

An Überlebende im schwer getroffenen Bezirk Klaten seien an 1200 Familien Mittel zur Wasseraufbereitung verteilt worden, teilte CARE in Bonn mit. Das Kinderhilfswerk UNICEF sieht im Mangel an sauberem Trinkwasser den größten Risikofaktor für die Gesundheit der Kleinkinder. Mehr als 130.000 Obdachlosen seien damit nicht ausreichend versorgt, Toiletten fehlten ebenfalls.

Bargeld für Betroffene

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen riet, die Nahrungsmittelhilfe in Java über sechs Monate zu sichern und schätzte die Kosten auf etwa fünf Millionen US-Dollar (knapp 3,9 Millionen Euro). Derweil erklärte der indonesische Sozialminister Aburizal Bakrie, die Regierung wolle sich verstärkt auf die Verteilung von Bargeld an die Betroffenen konzentrieren, um die lokale Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Das riesige Inselreich Indonesien wird wegen seiner Lage in einer seismisch äußerst aktiven Zone, dem so genannten Ring aus Feuer, jedes Jahr von hunderten von Erdbeben heimgesucht. Die meisten von ihnen richten jedoch keine größeren Schäden an. Es gibt rund 130 aktive Vulkane, so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Noch lässt die anhaltende Aktivität des Vulkans Merapi, der nur etwa 35 Kilometer nördlich von Yogyakarta und etwa siebzig Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt liegt, weitere Schicksalsschläge für die Gegend befürchten. (stl)

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