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Wirtschaft

#Trikotgate: Produktionsfehler bei Puma

Gleich reihenweise zerrissen die Trikots der Schweizer Fußballspieler im Match gegen Frankreich - und sorgten weltweit für Spott. Hersteller Puma hat nun die Erklärung gefunden.

Insgesamt sieben Trikots der Schweizer Nationalmannschaft sind beim EM-Spiel gegen Frankreich am Sonntag (19.06.2016) zerrissen. Eine Untersuchung habe nun ergeben, dass es wohl an einem Produktionsfehler lag, teilte der deutsche Sportartikelhersteller Puma am Montag in Herzogenaurach mit.

Eine "fehlerhafte Materialcharge" mit beschädigtem Garn habe zu einer "Schwächung des fertigen Trikotstoffs" geführt, erklärte das Unternehmen. "Dies ist auf eine falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit im Herstellungsprozess zurückzuführen."

Das dabei entdeckte "defekte Material" sei ausschließlich in "einer kleinen Stückzahl der Schweizer Heimtrikots" verwendet worden, erklärte Puma. Das Unternehmen habe "den Bestand aller EM-Trikots seiner ausgerüsteten Teams geprüft" und könne "versichern, dass es nicht zu einer Wiederholung dieses Falls kommt", hieß es in der Mitteilung.

Puma rüstet neben der Schweiz auch Österreich, Tschechien, Italien und die Slowakei bei der Europameisterschaft aus. Alle Trikots für das Turnier seien in der Türkei hergestellt worden.

Das Unternehmen betonte, alle von Puma ausgestatteten nationalen Fußballverbände hätten versichert, "dass sie keinerlei Probleme dieser Art hatten und sehr zufrieden mit der Qualität, Funktionalität und dem Design der Trikots sind".

Spott im Netz

Beim Spiel der Schweiz gegen Gastgeber Frankreich waren am Sonntagabend (19.06.2016) gleich mehreren Schweizer Spielern die Trikots gerissen. Insgesamt sieben Hemden hielten dem "Halten und Zerren französischer Gegenspieler" nicht stand, wie Puma resümierte.

Die zerfetzten Outfits sorgten in den sozialen Netzwerken für beißenden Spott über Puma, auf Twitter machte der Hashtag #trikotgate die Runde. Auch der Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri konnte sich nicht zurückhalten: Er hoffe, dass Puma keine Kondome herstelle, sagte er im Schweizer Rundfunk.

Schnell verbreite sich der Hashtag #trikotgate und Englands Fußball-Ikone Gary Lineker twitterte: "Die Puma-Trikots des Schweizer Teams zerreißen wie Papier. Der Adidas-Ball platzt. Du kannst dich nie auf die deutsche Effizienz verlassen."

Der Schweizer Torhüter Yann Sommer, der sein Trikot nicht wechseln musste, nahm Puma dagegen in Schutz: "Das kann passieren", kommentierte er das Missgeschick. "Das zeigt, dass auf dem Platz gekämpft wurde."

Adidas "nicht beunruhigt"

Frankreich UEFA Euro 2016 Kaputter Fußball bei Schweiz vs Frankreich

Auch der Ball überstand das Spiel nicht unbeschadet

Selbst Puma-Konkurrent Adidas zeigte Sympathie. "So etwas kann immer passieren, das ist uns auch schon passiert", sagte Vorstandschef Herbert Hainer in Paris. Auch ein Adidas-Produkt war beim Spiel der Schweiz gegen Frankreich kaputtgegangen: Der Spielball mit dem Namen "Beau Jeu" ("Schönes Spiel") riss nach einem Zweikampf auf und verlor die Luft.

Hainer gab sich dazu im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters gelassen: "Das kann immer passieren." In den ersten fast 30 Spielen habe es keine Probleme gegeben. "Das ist nichts, was mich beunruhigt."

Nach bisheriger Planung will Adidas 2016 rund sieben Millionen EM-Bälle verkaufen - so viele wie rund um das EM-Turnier vor vier Jahren, aber etwa nur halb so viel wie im WM-Jahr 2014.

bea/uhe (reuters, dpa, afp)