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Filme

Trauer um Christine Kaufmann

Sie galt als Schönheitsidol und spielte an der Seite von Kirk Douglas oder Tony Curtis. Mit 17 erhielt sie den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Nun ist Christine Kaufmann im Alter von 72 Jahren gestorben.

Christine Kaufmann gelang das, was nur ganz wenigen deutschen Schauspielern gelingt: der Sprung nach Hollywood - und das als Teenager. Nach ersten Gehversuchen im Rampenlicht im Ballett des Münchner Gärnterplatzes und ihrem Filmdebüt in "Salto mortale" (1953), wurde die neunjährige Christine Kaufmann mit ihrer Rolle als Waisenkind Resi in "Rosen-Resli" (1954) zum deutschen Kinderstar. Sechs Jahre später, mit 15 Jahren, spielte sie aber schon in einer ganz anderen Liga, nämlich in Hollywood an der Seite von Kirk Douglas in "Stadt ohne Mitleid" (1961). Es war Kaufmann gelungen, sich gegen mehr als 30 Konkurrentinnen bei den Probeaufnahmen von Gottfried Reinhardts Film durchzusetzen, so dass sie neben Douglas das vergewaltigte Kleinstadtmädchen Karin mimen durfte, das an der Gewalttat aber auch an dem Schweigen der Provinz zerbricht. Für die Rolle erhielt sie 1962 den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin - die bedeutendste Auszeichnung in ihrer Karriere.  

Eheglück mit Tony Curtis 

Christine Kaufmann Tony Curtis und Tochter (picture-alliance/dpa/Globe Zuma)

Christine Neumann, Tony Curtis und Tochter Alexandra 1966 in New York

Im gleichen Jahr lernte Kaufmann bei den Dreharbeiten zu "Taras Bulba" den US-Schauspieler Tony Curtis kennen - und lieben. Curtis war 20 Jahre älter als die damals 18-jährige Kaufmann, was die beiden nicht daran hinderte, ihre Liebe 1963 mit einer Hochzeit und zwei Kindern zu besiegeln: 1964 kam Tochter Alexandra zur Welt, 1966 Allegra. Kaufmann heiratete zwar noch zwei weitere Male, doch die beiden Töchter mit Tony Curtis blieben die einzigen Kinder. 

Nach der Hochzeit zog sich Christine Kaufmann zunächst von der Filmarbeit zurück und begann erst nach der Scheidung im April 1968 und der Rückkehr nach Deutschland wieder mit dem Drehen. Sie stand nun für anspruchsvolle Rollen wieder vor der Kamera und drehte mit Regisseuren des "Neuen deutschen Films". So war sie in Werner Schroeters "Der Tod der Maria Malibran" (1971) zu sehen oder in Nebenrollen in den Fassbinder-Filmen "Lola" und "Lili Marleen" (beide 1981). 

Ausflüge ans Theater

Neben Kino- und Fernsehfilmen wirkte Kaufmann aber auch an mehreren Theaterproduktionen mit. Für die Spielzeit 1985/6 engagierte sie das Hamburger Schauspielhaus, bei den Bad Hersfelder Festspielen spielte sie im berühmten "Jedermann" die Buhlschaft und übernahm 2001 am Wiener Burgtheater in "Der Jude von Malta" eine Doppelrolle als Äbtissin und Prostituierte. Doch so richtig konnte sie die Kritiker nicht überzeugen, so dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Kaufmanns "extrem leise, wenig tragfähige Stimme" als Hindernis für eine große Bühnenkarriere ausmachte. 

Kaufmann - das ewige Schönheitsidol 

Nachdem es für Christine Kaufmann mit dem Golden Globe bei der einzigen wichtigen Würdigung für ihr Schauspiel blieb, widmete sie sich anderen Projekten und machte sich ihr Aussehen zunutze. Gut ein Dutzend Gesundheits- und Schönheitsbücher veröffentlichte sie und vermarktete ab 1999 ihre eigene Kosmetiklinie. 

1989 publizierte sie ihre Memoiren mit dem Titel "Normal müsste man sein", 2005 die Autobiografie "Christine Kaufmann und ich. Mein Doppelleben", in dem sie von ihrem Erfolg, Ruhm, dem Leben als Schönheitsidol - aber auch den Niederlagen in ihrem Leben erzählte. 

Wie ihr Management mitteilte, ist die Schauspielerin in der Nacht zum Dienstag in einem Münchner Krankenhaus gestorben.

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