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Aktuell Asien

Trauer nach Taliban-Anschlag

In Kabul wurde ein bei Ausländern und Politikern beliebtes Restaurant zum Ziel der Taliban. Die Täter zündeten ihre Autobombe vor dem Eingang und töteten damit zwei Zilivisten - darunter einen kleinen Jungen.

Das Restaurant Le Jardin nach dem Anschlag vom Neujahrstag (Foto: dpa)

Das "Le Jardin" nach dem Anschlag vom Neujahrstag

Das "Le Jardin" war ein beliebtes Restaurant in Kabul. Sowohl Entwicklungshelfer und Diplomaten aus dem Ausland als auch afghanische Politiker kamen immer wieder gerne in die Lokalität im Viertel Taimani. Der Geschäftsführer, der gleichzeitig Gouverneur von Kabul ist, verfügt über Kontakte bis in die höchste Regierungsebene. Schließlich war er einst Protokollchef im Präsidentenpalast.

Jetzt wurde das Restaurant zum Anschlagsziel der Taliban. Am Neujahrstag, kurz nach 17 Uhr Ortszeit, zündeten sie eine Autobombe vor der Tür des Lokals - vermutlich weil sie keine Chance hatten, in das stark gesicherte Gebäude einzudringen. Auf Twitter erklärte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid, seine Kämpfer hätten ein Restaurant "fremder Eindringlinge" angegriffen. Bei der Explosion wurde die Außenmauer des "Le Jardin" in Stücke gerissen. In der Nachbarschaft gingen Türen und Fenster zu Bruch.

Traurige Bilanz

Einen Tag nach dem Anschlag zieht das afghanische Innenministerium nun die traurige Bilanz des Anschlags: Zwei Menschen wurden getötet, 18 weitere verletzt. Einer der beiden Toten ist laut Polizei ein 13-jähriger Junge, der vor dem Attentat auf der Straße gespielt haben soll. Das andere zivile Opfer ist einer der Wachmänner des Restaurants.

Auch einer der beiden Angreifer starb, als die Bombe gezündet wurde. Der zweite konnte bei dem Versuch, in das Lokal einzudringen, festgenommen werden. Er sei mit einer Kalaschnikow bewaffnet gewesen und habe eine Sprengstoffweste getragen, so ein Sprecher der Polizei. Berichte aus Sicherheitskreisen, dass ein dritter Täter auf der Flucht sei, wollte er nicht bestätigen.

Der Anschlag erfolgte nur einen Tag, nachdem die afghanische und die pakistanische Regierung Daten für ein multilaterales Treffen zu Friedensgesprächen mit den Taliban gesetzt hatten. Vertreter der USA, Chinas, Pakistan und Afghanistans wollen sich in der zweiten Januarhälfte zusammensetzen, um einen Plan zu entwerfen.

djo/ml (ap, dpa)