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Aktuell Asien

TransAsia schult Piloten nach Flugzeugabsturz

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine in Taiwan lässt die Fluggesellschaft TransAsia alle Piloten ihrer Turboprop-Linie überprüfen. Vieles spricht dafür, dass ein Piloten-Fehler das Unglück verursachte.

Alle 71 Turboprop-Piloten würden ab diesem Samstag geschult und müssten sich einem Test der Luftfahrtsicherheitsbehörde unterziehen, teilte die Fluglinie mit. Dabei solle überprüft werden, ob sie "ausreichend qualifiziert sind". Zudem sollen internationale Experten das Unternehmen ein Jahr lang durchleuchten. Die Schulungen sollten mehrere Tage andauern, daher müssten bis Montag dutzende Inlandsflüge annulliert werden.

Absturz im Wohngebiet verhindert

Am Mittwoch war eine Turboprop-Maschine des privaten Unternehmens nur Minuten nach dem Start in Taiwans Hauptstadt Taipeh in einen Fluss gestürzt. 15 der 58 Insassen überlebten, bisher wurden 39 Leichen aus dem Fluss geborgen.

Aufnahmen eines Autofahrers vom Flugzeugabsturz (Foto: imago/Xinhua)

Aufnahmen eines Autofahrers vom Flugzeugabsturz

Ein Autofahrer, der auf einer Brücke unterwegs war, hatte den dramatischen Absturz gefilmt. Auf den Bildern taucht die zweimotorige Maschine plötzlich direkt zwischen Hochhäusern der Millionenstadt auf – offenbar versuchten die Piloten, einen Absturz in das Wohngebiet zu vermeiden und steuerten das Flugzeug in Richtung Fluss.

Weiter ist zu sehen, wie die Tragflächen der Maschine kurz senkrecht in der Luft stehen - dann schlägt die untere auf der Fahrbahn der Brücke auf. Trümmerteile werden durch die Luft geschleudert, ein Taxi wird getroffen. Unmittelbar danach stürzt die Maschine in den Fluss.

Experten gehen von Pilotenfehler aus

Kurz bevor die TransAsia-Maschine verunglückte, hatten beide Motoren keinen Schub mehr, teilte der Chef der Luftfahrtsicherheitsbehörde, Thomas Wang, am Freitag nach einer Auswertung der Flugschreiber mit. Ein Triebwerk sei ausgefallen, das zweite kurz darauf manuell abgeschaltet worden. Die Flughöhe der Maschine habe zu diesem Zeitpunkt weniger als 400 Meter betragen. Warum auch der zweite Motor abgeschaltet wurde, war nach Wangs Angaben zunächst unklar. "Wir sind noch dabei, die Daten der Flugschreiber auszuwerten", sagt der Ermittlungsleiter. Experten vermuten einen Pilotenfehler.

Nach Angaben der taiwanischen Behörden hatte die Unglücksmaschine bereits schon einmal Triebwerksprobleme. So sei während eines Flugs der Antrieb eines Motors ausgefallen. Dieser sei daraufhin vom Hersteller ausgetauscht worden.

Keine neuen Flugrouten für TransAsia

Es war bereits der zweite Absturz einer TransAsia-Maschine innerhalb eines halben Jahres: Ende Juli war eine Turboprop mit 58 Menschen an Bord bei einem missglückten Landemanöver inmitten eines Taifuns in zwei Häuser gekracht. 48 Insassen kamen ums Leben.

Wegen des erneuten, aktuellen Unglücks darf sich TransAsia nun ein Jahr lang nicht um neue Flugrouten bewerben. Wie die taiwanische Luftfahrtbehörde mitteilte, hatte TransAsia nach dem ersten Unglück im Juli eine Reihe von Auflagen bekommen, um die Flugsicherheit sowie die Ausbildung ihrer Piloten zu verbessern. Bis Dezember habe sie aber erst zwei Drittel der Forderungen erfüllt, obwohl die Frist bereits im Juni abgelaufen war.

cw/se (afp, dpae)