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Aktuell Nahost

Tote und Verletze bei Selbstmordattentat in Sanaa

Der Attentäter sprengte sich vor dem Eingang der Polizei-Akademie in die Luft, als mehrere Nachwuchsführungskräfte das Gebäude verließen. Mindestens sechs Menschen kamen dabei ums Leben.

Der Mann sei in einem Taxi vor den Südeingang des Gebäudes gefahren, berichtete ein Augenzeuge. Er habe sich in die Luft gesprengt, als die Polizeischüler gerade das Gebäude verließen, um nach Hause zu fahren. Das Fahrzeug wurde durch die Explosion vollständig zerstört, vor dem Eingang der Polizei-Akademie lagen Trümmer auf der Straße. Die Polizei sperrte das betroffene Gebiet ab, Rettungswagen brachten die Toten und Verletzten in die Krankenhäuser.

Sechs Menschen sollen durch die Explosion ums Leben gekommen sein, zahlreiche weitere wurden verletzt und schweben zum Teil noch in Lebensgefahr. Bislang bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass er auf das Konto des jemenitischen Zweigs von Al-Kaida geht. Das Militär war in den vergangenen Monaten verschärft gegen Kämpfer des Terror-Netzwerks vorgegangen. Am 23. Juni eroberten die Truppen die letzte Bastion der Rebellen im Süden des Landes zurück. Seitdem schwört Al-Kaida Rache. Vor knapp einem Monat tötete ein Selbstmordattentäter den jemenitischen General Salem Ali Qoton, der die Offensive gegen Al-Kaida geleitet hatte.

Reaktion Al-Kaidas auf Militär-Offensive?

Der Anschlag auf die Polizeischüler in Sanaa ist der zweitschwerste in der Stadt seit dem Amtsantritt von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Februar. Ende Mai sprengte sich ein Attentäter in der Nähe des Präsidentenpalastes bei den Vorbereitungen zu einer Militärparade in die Luft und riss 96 Soldaten mit in den Tod. Die Al-Kaida-nahe Rebellengruppe "Partisanen der Scharia" hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Das Terrornetzwerk Al-Kaida hatte im vergangenen Jahr die Schwäche der jemenitischen Regierung infolge der monatelangen Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh genutzt, um ihre Macht im Süden des Landes auszubauen. Dabei eroberten die radikalislamischen Rebellen auch mehrere Städte. Seit Mitte Juni kontrolliert das Militär wieder die Hochburgen der Islamisten.

Anfang Juli hatte das Verteidigungsministerium behauptet, die Behörden hätten vermutlich mehrere Selbstmordanschläge auf Regierungsgebäude in Sanaa vereitelt.

fi/gmf (afp, rtr)

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