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Afrika

Tote bei Protesten in Libyen

Bei neuen Protesten gegen das Regime von Präsident Gaddafi sollen sechs Menschen getötet worden sein. Die Opposition hatte zu weiteren Demonstrationen für mehr Rechte und gegen Vetternwirtschaft aufgerufen.

Anhänger Gaddafis unterstützen ihren Staatschef, indem sie Portraits hochhalten (Foto: dpa)

Auch Anhänger Gaddafis demonstrieren auf den Straßen

Bei erneuten Protesten gegen den libyschen Machthaber Muammar el Gaddafi sind am Donnerstag (17.02.2011) nach Angaben der Opposition sechs Menschen getötet worden. Auf oppositionellen Internetseiten hieß es, die Opfer seien bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in der Stadt Benghasi ums Leben gekommen. Weitere 35 Menschen seien verletzt worden. Es habe dort "brutale Zusammenstöße" gegeben.

Landesweit waren mehrere Tausend Regimegegner dem Aufruf von Oppositionellen zu einem "Tag des Zorns" gefolgt. Verlässliche Angaben zur Zahl der Demonstranten gab es nicht.

Auf zahlreichen Online-Plattformen hatten Gegner Gaddafis für die Proteste geworben. Sie wollen Arbeitslosigkeit, Ungleichheit und Einschränkungen politischer Freiheiten anprangern und träumen vom Ende der nunmehr 40 Jahre dauernden Herrschaft Gaddafis.

Anhänger Gaddafis auf dem Grünen Platz

Karte von Libyen mit den Städten Tripolis, Bengasi und El Baida (Grafik: DW)

In den Großstädten von Libyen wird ein "Tag des Zorns" erwartet

Zwar klagen viele Libyer über ihre Lebenssituation, Experten gehen dennoch davon aus, dass ein Umsturz wie in Ägypten unwahrscheinlich ist.

Nach ersten Agenturberichten hatten sich zunächst mehrere hundert Anhänger von Machthaber Gaddafi in der libyschen Hauptstadt Tripolis versammelt. Sie zeigten auf dem Grünen Platz in der Nähe der Altstadt Flagge für die libysche Führung und riefen: "Wir verteidigen Gaddafi und die Revolution."

Der Staatschef selbst hatte die Regierungsgegner als Marionetten der USA und des Zionismus beschimpft. "Nieder mit den Feinden", zitierte die BBC Gaddafi. "Nieder mit ihnen, wo immer sie sind! Nieder mit den Marionetten!"

"Revolte des 17. Februar 2011"

In allen Städten des Landes sollten sich Regimegegner zu Kundgebungen versammeln, hieß es in dem Aufruf. Der Streik in dem nordafrikanischen Staat hat im Online-Netzwerk Facebook den Titel "Revolte des 17. Februar 2011". Die Proteste sollen auch an die Ereignisse des 17. Februar 2006 erinnern. Damals war eine Demonstration gegen die Mohammed-Karikaturen in Bengasi in eine Protestaktion gegen die libysche Führung ausgeartet. Es gab Tote und Verletzte.

Erste Proteste am Mittwoch haben in Libyen wieder Tote und Verletzte gefordert. So berichten Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und der Opposition, dass mindesten zwei Menschen bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in der Stadt El Baida im Osten des Landes ums Leben gekommen sind. Insgesamt ist von sechs Toten die Rede. So soll es auch in der Stadt Bengasi zu Auseinandersetzungen zwischen Regimegegnern, Polizisten und Gaddafi-Anhängern gekommen sein, bei denen mindestens 38 Menschen verletzt wurden. Demonstranten warfen nach Medienberichten Steine auf die Polizei, die den Protest binnen einer Stunde mit Wasserwerfern und Knüppeln beendete.

Autorin: Marion Linnenbrink (dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Thomas Grimmer/Eleonore Uhlich

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