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Politik

Tote bei Protesten in Bahrain und Libyen

Nach den Aufständen in Tunesien und Ägypten greift das Revolutionsvirus in der arabischen Welt weiter um sich. In Bahrain gab es bei neuen Protesten mindestens vier Tote. Libyen steht heute ein "Tag des Zorns" bevor.

Demonstranten in Bahrain (Foto: AP)

Bahrain: Die Demonstranten fühlen sich unterdrückt

Im arabischen Königreich Bahrain gingen Sicherheitskräfte in der Nacht zum Donnerstag (17.02.2011) erneut mit Gewalt gegen Demonstranten vor, die nach tunesischem und ägyptischem Vorbild mehr Demokratie verlangt hatten. Wie Augenzeugen berichteten, wurden in der Hauptstadt Manama mindestens drei Menschen durch Schüsse oder Tränengasgranaten getötet. Ein vierter Mann soll am Donnerstagmorgen seinen Verletzungen erlegen sein, so ein Sprecher der schiitischen Opposition. Zudem erlitten fast 100 Personen Verletzungen, dabei wurden wohl vier bis fünf Demonstranten schwer verletzt. Das provisorische Zeltlager auf dem zentralen Perlen-Platz wurde geräumt.

Jahrzehnte ohne Machtwechsel

Zehntausende vor allem schiitische Demonstranten hatten zuvor in dem Golfstaat am Mittwoch den dritten Tag in Folge gegen die Regierung protestiert. Während zunächst lediglich eine demokratische Öffnung des politischen Systems gefordert wurde, wurden zuletzt auch Rufe nach einem Rücktritt des sunnitischen Regimes von Ministerpräsident Scheich Chalifa bin Salman Al Chalifa laut. Er regiert das Land seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1971 und ist ein Onkel von König Isa al-Chalifa.

Insgesamt gab es bei den seit Montag anhaltenden Protesten bisher mindestens sechs Tote. Das gewaltsame Vorgehen der Regierung Bahrains gegen die Demonstranten wird vom Westen, vor allem auch in den USA, scharf kritisiert.

Bahrain liegt zwar zwischen den ölreichen Staaten Saudi-Arabien und Katar, hat aber selbst kaum Öl. Es ist vor allem ein regionales Finanzzentrum und Freizeitoase für reiche Saudiaraber.

"Revolte des 17. Februar 2011"

Muammar al-Gaddafi (Foto: AP)

Libyen: Machthaber Gaddafi will hart durchgreifen

In Libyen riefen Regierungskritiker für diesen Donnerstag zu einem "Tag des Zorns" mit Streiks und Großdemonstrationen auf. Sie sollen sich gegen Korruption und Vetternwirtschaft wenden.

Kundgebungen, die nicht vom Regime organisiert werden, sind in dem nordafrikanischen Land, in dem Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi seit 1969 herrscht, extrem selten. Der exzentrische Staatschef hatte die jüngsten Volksaufstände in Ägypten und Tunesien scharf kritisiert. Er werde in Libyen keine Massendemonstrationen dulden, soll er gewarnt haben. Im libyschen Bengasi warfen Demonstranten laut Medienberichten Steine auf die Polizei, die den Protest binnen einer Stunde mit Wasserwerfern und Knüppeln beendete. Dabei sollen nach Angaben der Opposition vier Menschen getötet und etliche verletzt worden sein.

"Der Druck der Straße ist groß, in Libyen wird es genauso ablaufen wie in Tunesien und Ägypten", sagte Abdulhamid Salim al-Haasi, ein Sprecher des libyschen Exil-Oppositionsbündnisses NCLO mit Sitz in London. Er rief die Jugend seines Landes auf, friedlich zu demonstrieren und nicht die direkte Konfrontation mit der Staatsmacht zu suchen.

Autor: Christian Walz (dpa, afp, rtr, dapd)
Redaktion: Walter Lausch

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