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Aktuell Amerika

Tote bei neuen Protesten in Venezuela

Die Demonstrationen gegen den linksnationalistischen Präsidenten Maduro sind wieder in Gewalt umgeschlagen. In der Hauptstadt Caracas gibt es zwei Todesopfer. Gleichzeitig wird Panamas Botschaftspersonal ausgewiesen.

Tausende Menschen haben sich auch am Donnerstag in den Straßen von Carracas versammelt, um gegen den seit einem Jahr amtierenden Staatschef Nicolás Maduro zu demonstrieren. Viele von ihnen halten weiße Luftballons in den Händen, als Zeichen ihres friedlichen Protests.

Das Werk von Scharfschützen?

Im Osten der Hauptstadt eskaliert die Lage dann. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften werden laut Behörden-Angaben ein Soldat der militarisierten Polizei Guardia Nacional und ein Motorradfahrer erschossen. Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz sagte im Fernsehen, der Polizist sei von einem Schuss in die Brust getroffen worden. Parlamentspräsident Diosdado Cabello berichtete, Scharfschützen hätten vom Dach eines Gebäudes das Feuer eröffnet.

Regierungsgegner ziehen durch die Straßen von Caracas (Foto: rtr)

Regierungsgegner ziehen wieder durch die Straßen von Caracas

Der Motorradfahrer gehörte zu einer regierungsnahen Gruppe, die im Stadtteil Los Ruices Straßenbarrikaden wegräumen wollte, die von Demonstranten errichtet worden waren. In dem Viertel kommt es daraufhin zu massiven Tumulten. Regierungsanhänger und Maduro-Gegner bewerfen sich gegenseitig mit Flaschen und Steinen. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas und gepanzerte Fahrzeuge ein. Mindestens ein Auto geht in Flammen auf.

Panamas Botschaftspersonal ausgewiesen

Das Außenministerium in Caracas hat nach der Aussetzung der diplomatischen Beziehungen zu Panama dem Botschaftspersonal eine Frist von 48 Stunden zum Verlassen des Landes gesetzt. Der panamaischen Vertretung sei mitgeteilt worden, dass Botschafter Pedro Roberto Pereira Arosemena und weitere Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt worden seien, gab ein Sprecher bekannt. Maduro hatte am Mittwoch die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem mittelamerikanischen Land eingefroren. Hintergrund ist eine von Caracas scharf kritisierte Initiative Panamas für eine Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu den Unruhen in Venezuela.

Seit Anfang Februar gehen in Venezuela Anhänger der Opposition nahezu täglich aus Protest gegen die ausufernde Kriminalität, korrupte Behörden und die Wirtschaftsmisere in ihrer Heimat auf die Straße. Bei Ausschreitungen wurden bisher insgesamt mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.

se/ml (rtre, ape, dpa, afp)

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