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Aktuell Amerika

Venezuela gedenkt des "Comandante" - und des Autokraten

Ein Jahr nach dem Tod von Hugo Chávez ist Venezuela gespaltener denn je. Selbst die Gedenkparade für den langjährigen Präsidenten nutzte sein Nachfolger Maduro für ernste Worte an seine Gegner.

Zum ersten Todestag von Venezuelas Ex-Präsident Hugo Chávez hat dessen Nachfolger Nicolás Maduro (Foto, ganz links) mit einer Parade an den "Comandante" erinnert. Aus einer offenen Limousine winkten Maduro und seine Frau Cilia Flores der Menschenmenge in der Hauptstadt Caracas zu, hinter ihnen fuhren Panzer, über ihnen kreisten Kampfhubschrauber. Maduro pries Chávez als "Demokratisierer" und "Erlöser des Volkes". An der - wie es von der Armee hieß - "zivil-militärischen Parade" nahmen über 10.000 "sozialistische Kämpfer, Revolutionäre und Anti-Imperialisten" teil. Zudem wurden 570 Waffensysteme gezeigt. Unter den Teilnehmern waren auch Boliviens Staatschef Evo Morales und Kubas Präsident Raúl Castro (Dritter und Vierter von links).

Bislang 18 Tote bei Anti-Regierungsprotesten

Chávez war am 5. März 2013 im Alter von 58 Jahren an Krebs gestorben. Der Linkspopulist, ein scharfer Kritiker Washingtons, hatte fast 15 Jahre lang als Präsident die Geschicke Venezuelas geprägt, hinterließ aber ein gespaltenes Land. Kritiker warfen ihm einen fragwürdigen Personenkult vor und beschrieben ihn als Autokraten, der die Wirtschaft ruinierte. Vor allem von den ärmeren Bevölkerungsschichten wird Chávez indes bis über seinen Tod hinaus verehrt, weil der den Ölreichtum des Landes für Sozialprogramm nutzte.

Eine Frau mit einem Bild von Hugo Chavez (Foto: Reuters)

Auch ein Jahr nach dem Tod von Chávez ist die Sympathie vieler Venezolaner für ihn ungebrochen

Chávez' Nachfolger Maduro setzte sich bei Wahlen im April knapp gegen den Oppositionskandidaten Henrique Capriles durch. Aufgrund der hohen Kriminalitätsrate, der extremen Inflation und der Mangelwirtschaft demonstriert die Opposition seit Wochen gegen die Links-Regierung. Bislang gab es 18 Todesopfer und Hunderte Verletzte.

Abbruch der Beziehungen zu Panama

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Abbruch der Beziehungen zu Panama

Die Opposition hatte aus Anlass der Parade zu neuen Protesten aufgerufen, doch folgten dem Aufruf zunächst nur etwa 300 Menschen. Einige von ihnen blockierten mit Baumstümpfen und Sperrmüll Straßen im Osten von Caracas. Auch an diesem Donnerstag und am Samstag sollen weitere Protestmärsche folgen. Maduro sieht in den Demonstrationen einen von den USA unterstützten Putschversuch. Er betonte die Entschlossenheit in den Reihen der Regierung und der Polizei: "Wir sind hier geeinter denn je."

Maduro warnte bei der Parade die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) vor einer Einmischung in seine Auseinandersetzung mit der Opposition. Zugleich kündigte er den Abbruch der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Panama wegen "Verschwörung" gegen sein Land an. Panamas Präsident Ricardo Martinelli äußerte sich "überrascht" von der Nachricht.

Die OAS wird sich vermutlich am Donnerstag auf Antrag Panamas mit der Lage in Venezuela befassen, was von der Regierung in Caracas abgelehnt wird. Maduro kündigte an, er werde auf jede Einmischung der OAS mit Stärke reagieren. Außenminister Elías Jaua hatte vorige Woche bei einer Südamerika-Tour und bei den Vereinten Nationen um Verständnis und Unterstützung für seine Regierung geworben.

sti/SC (dpa, afp, rtr)

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