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Politik

Tote bei Hamas-Einsatz in Gaza

Bei Kämpfen zwischen Anhängern eines radikalen islamischen Predigers und Sicherheitskräften der im Gazastreifen herrschenden Hamas sind etwa 20 Menschen getötet worden. Darunter auch der Prediger selbst, sagt die Hamas.

Abdel Latif Mussa mit Anhängern (Foto: AP)

Beim Freitagsgebet rief Abdel Latif Mussa ein 'islamisches Emirat' in Gaza aus - eine Provokation für die Hamas

Nach Angaben palästinensischer Ärzte wurden mehr als 100 weitere Personen verletzt. Die Kämpfe in der südlichen Stadt Rafah waren am Freitagnachmittag (14.08.2009) ausgebrochen, nachdem der radikale Kleriker Abdel Latif Mussa beim Freitagsgebet ein "islamisches Emirat" im Gazastreifen ausgerufen hatte. Seine Palästinensergruppe Dschihad al-Salafi (Krieger Gottes) steht dem Terrornetz El Kaida nahe.

Moschee umringt, Haus gesprengt

Anhänger Mussas (Foto: AP)

Anhänger des Predigers lieferten sich mit der Hamas schwere Kämpfe

Mussa forderte in seiner Predigt in der Ibn-Tahmed-Moschee auch die Einführung der strengen islamischen Scharia-Rechtsprechung. Vor dem muslimischen Gotteshaus waren Dutzende vermummte, mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffnete Anhänger der Dschihad al Salafi-Gruppe in Stellung gegangen. Einige der Fundamentalisten in der Moschee trugen Einwohnern zufolge Sprengstoffwesten bei sich. Nach dem Ende der Predigt kam es zu Kämpfen mit den Sicherheitskräften der radikal-islamischen Hamas. Bewohner von Rafah berichteten von "intensivem Gewehrfeuer" und Explosionen rund um die Moschee.

Polizei und Kämpfer der Hamas stürmten schließlich das an die Moschee angrenzende Haus des Predigers, in dem er sich mit seinen Anhängern verschanzt hatte. Anschließend sprengten sie das Haus. Dabei wurde Mussa nach Angaben eines Hamas-Sprechers getötet. Insgesamt kamen nach Angaben von Krankenhausärzten 20 Menschen bei den Kämpfen ums Leben, darunter mindestens zwei Hamas-Kämpfer. Unter den Opfern seien auch Zivilisten und Kinder, sagten Rettungskräfte weiter. Von den 120 Verletzten befänden sich etwa 20 in kritischem Zustand.

Hamas beansprucht Kontrolle

Al-Nunu forderte alle Anhänger Mussas auf, sich den Behörden zu stellen und die Waffen abzugeben. Die Hamas-Regierung werde "eine Rückkehr des Sicherheitschaos in den Gazastreifen niemals zulassen". Die Anhänger des Predigers würden sich außerhalb des "nationalen und islamischen Konsens" bewegen. "Niemand steht über dem Gesetz und der öffentlichen Ordnung", sagte al-Nunu weiter.

Die Hamas hatte vor zwei Jahren gewaltsam die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen und die gemäßigte Fatah-Führung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vertrieben. Die "Krieger Gottes", die seit der Machtübernahme der Hamas vermehrt Zulauf erhalten haben, hatten der Hamas blutige Vergeltung angedroht, sollte ihrem Anführer etwas geschehen. (rri/mag/dpa/rtr/afp)

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