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Aktuell Europa

Tote bei Anschlag in Istanbul

Fünf Tote und 36 Verletzte lautet die Bilanz des jüngsten Anschlags in Istanbul. Ein Attentäter hatte sich in einer beliebten Einkaufsstraße in die Luft gesprengt. Es ist das zweite Attentat in nur einer Woche.

Drei der Todesopfer stammen aus Israel, eines aus dem Iran. Weitere 36 Personen sind nach Angaben des türkischen Gesundheitsministeriums verletzt worden. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes ist kein Opfer aus Deutschland. Sechs weitere Verletzte sind Israelis, zwei stammen aus Irland, sowie jeweils ein Verletzter kommt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Island und dem Iran. Die türkischen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass für das Attentat entweder der so genannte "Islamische Staat" oder die kurdische PKK verantwortlich sind.

Die Explosion ereignete sich an der zentralen Einkaufsstraße Istiklal, die im europäischen Teil der türkischen Metropole unweit vom Taskimplatz entfernt, liegt. Hubschrauber kreisten über dem Unglücksort, Rettungswagen rasten zur Detonationsstelle. Offenbar war die beliebte Einkaufstraße wegen der angespannten Sicherheitslage in der Türkei nicht so stark besucht gewesen. Viele Menschen seien zu Hause geblieben, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters".

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte bei einem Besuch im Iran: "Der Terror hat sein hässliches Gesicht gezeigt". Auch der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus verurteilte den Anschlag aufs Schärfste. Eine Mediensperre wurde erlassen, die sich jedoch nicht auf offizielle Verlautbarungen bezieht.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz nannte den Anschlag "abscheulich" und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir schrieb auf Twitter, "Terror und Gewalt in der Türkei müssten aufhören".

Terrorwarnung des Auswärtigen Amtes

Am Donnerstag und Freitag waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden. Das Auswärtige Amt hatte die Bundesbürger am Wochenende zu Achtsamkeit in Istanbul aufgerufen. Auch anlässlich des jüngsten Anschlags haben die Stellen in Berlin die Bürger dazu aufgerufen in ihren Hotels zu bleiben. Menschenansammlungen, der Besuch von touristischen Attraktionen und die Nähe zu Regierungseinrichtungen sollten vermieden werden.

Zweiter Anschlag innerhalb einer Woche

Erst vergangenen Sonntag gab es einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit 37 Toten, zu dem sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannte. Die TAK ging 2004 aus der PKK hervor und verübte Anschläge in Städten. Vor dem kurdischen Neujahrsfest, Newroz, wächst bei türkischen Sicherheitskräften die Sorge vor weiteren Anschlägen.

Türkei Anschlag in Istanbul Foto: © Reuters/M. Sezer

Sicherheitskräfte haben den Anschlagsort abgeriegelt

Die Gruppe hatte sich schon im Februar zu einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara bekannt. In der Türkei kommt es immer wieder zu Anschlägen. In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS)zugerechnet.

cgn/uh (afp, ap, dpa, rtr)

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