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Aktuell Nahost

Tote bei Anschlag in Freizeitpark in Tel Aviv

Zwei Palästinenser haben in einer Ausflugsgegend von Tel Aviv vier Menschen getötet und mindestens sechs weitere verletzt. Die Angreifer hatten wahllos auf Passanten geschossen. Die Polizei beendete den Angriff.

Nach Krankenhausangaben vier Menschen erlag am Abend eine Frau ihren schweren Verletzungen, damit stieg die Zahl der Toten auf vier. Sechs weitere Menschen erlitten demnach schwere Verletzungen. Zwei palästinensische Attentäter hatten nach Angaben der Polizei im beliebten Sarona-Park im Zentrum der Küstenmetropole das Feuer auf Besucher eröffnet. Wie ein Sprecher mitteilte, wurde einer der Angreifer festgenommen, der andere sei mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Laut Polizei stammten die Attentäter aus einem Dorf bei Hebron im südlichen Westjordanland. Es handele sich um Cousins. Sie hätten sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten. Nach Medienberichten trugen sie auch Taschen mit Messern bei sich.

Bürgermeister von Tel Aviv ruft zur Ruhe auf

Der Sarona-Park, ein ehemaliges Templerdorf, liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und Verteidigungsministerium. Er ist ein viel besuchtes Ausgehziel mit Cafes und Restaurants, das auch viele Touristen anzieht. Die Gegend wurde weiträumig abgeriegelt, Anwohner wurden angewiesen, ihre Häuser nicht zu verlassen und dem Ort des Anschlags fernzubleiben.

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai rief die Einwohner der Küstenmetropole nach dem Anschlag zur Ruhe auf. "Morgen geht hier das Leben wie immer weiter", sagte er bei einem Besuch im Ichilov-Krankenhaus, das ganz in der Nähe des Anschlagsorts liegt.

Netanjahu kündigt schärfere Sicherheitsmaßnahmen an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte noch in der Nacht den Ort des Anschlags. Als Reaktion kündigte er neue Sicherheitsmaßnahmen an, um künftige Anschläge zu verhindern. Diese würden "offensiver und defensiver" Natur sein, sagte der Regierungschef. Wie die Zeitung "Times of Israel" berichtete, wurde Netanjahu von seinem ultranationalistischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und Polizeiminister Gilad Erdan begleitet, mit denen er zuvor eine Dringlichkeitsberatung im Militärhauptquartier abgehalten hatte. Das Gebäude liegt direkt gegenüber dem Anschlagsort. Für Donnerstag ist eine Sitzung des Sicherheitskabinetts geplant, bei der über das weitere Vorgehen Israels beraten werden soll.

Sanitäter bringen einen Angeschossenen in ein Krankenhaus (Foto: AFP)

Sanitäter bringen einen Angeschossenen in ein Krankenhaus

Die im Gazastreifen herrschende Hamas kündigte unterdessen weitere Anschläge im muslimischen Fastenmonat Ramadan an. Seit Oktober hatte es monatelang fast täglich Angriffe von Palästinensern auf Israelis gegeben. Dabei wurden 32 Israelis getötet. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Die Anschläge hatten zuletzt abgenommen. Zu Jahresbeginn waren bei einem ähnlichen Anschlag in Tel Aviv drei Menschen getötet worden.

cw/ml (dpa, afp, rtr)