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Sport

Tolle Aufholjagd von Rosberg

Nach einem Fehler in Runde eins muss Nico Rosberg das Feld von hinten aufrollen und schafft es noch auf das Podium. Konkurrent Lewis Hamilton gewinnt, gemeinsam holen die beiden für Mercedes den Konstrukteurstitel.

Rennszene: Verbremser Nico Rosberg in Sotschi (Foto: AP Photo/Ivan Sekretarev)

Rosberg überholt und macht seine Reifen kaputt - nach dem notwendigen Boxenstopp ist er zunächst Letzter

Lewis Hamilton hat mit seinem souveränen Sieg beim ersten Formel-1-Grand-Prix in Russland den erstmaligen Triumph von Mercedes in der Kontrukteursweltmeisterschaft vorzeitig perfekt gemacht. Der Brite vergrößerte durch seinen vierten Erfolg in Serie auch die eigenen Chancen auf den zweiten WM-Titel nach 2008. Sein Teamkollege Nico Rosberg musste in der Olympiastadt Sotschi den nächsten Rückschlag im WM-Rennen hinnehmen, zeigte aber anschließend eine tolle Aufholjagd und beendete das Rennen als Zweiter. Zunächst hatte es so ausgesehen, als sollte es ein schwarzer Tag für den Deutschen werden.

Rosberg ruinierte sich bei einer ungestümen Attacke kurz nach dem Start mit rund 300 Stundenkilometern die Reifen und büßte früh seine Siegchance ein. Nach dem notwendig gewordenen Boxenstopp nach Runde eins, ging als Letzter wieder auf die Strecke und musste sich durch den dichten Verkehr nach vorne fahren. Die Ansage seiner Teamleitung: "Du musst es auf diesen Reifen ins Ziel schaffen!", ließ ebenfalls nichts Gutes ahnen. Doch Rosberg wurde dank einer disziplinierten Vorstellung Zweiter und schaffte es so, den Rückstand auf Hamilton in der WM-Gesamtwertung nicht zu groß werden zu lassen.

"Es war ein Fehler von mir. Ich hätte nach dem Start recht locker die Führung übernehmen können", sagte Rosberg anschließend. "Ich habe mich einfach verschätzt. Das hat mich sehr geärgert, weil ich direkt danach wusste: Meine Reifen sind viereckig. Dann musste ich direkt in die Box, denn so konnte ich nicht weiterfahren."

Auch Putin lässt sich blicken

Formel 1 Grand Prix in Sotschi Russland Besuch Wladimir Putin (Foto: DIMITAR DILKOFF/AFP/Getty Images)

Interessierter Beobachter in Sotschi: Wladimir Putin

Rosbergs Teamkollege und WM-Konkurrent Hamilton präsentierte sich beim politisch umstrittenen Großen Preis von Russland vor den Augen des verspätet eingetroffenen Präsidenten Wladimir Putin erneut in bestechender und WM-würdiger Form. In dem weitgehend ereignislosen 16. Saisonlauf im "Sochi Autodrom" drohte ihm, vom Auftakt-Aufreger mit Rosberg abgesehen, zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Gefahr. Ungefährdet sicherte sich der 29-Jährige bei spätsommerlichen 23 Grad rund um den Olympiapark nach insgesamt 305,944 Kilometern seinen neunten Saisonsieg.

In der WM führt Hamilton nun mit 291 Punkten und 17 Zählern Vorsprung vor Rosberg (274). Daniel Ricciardo (199) hat als Gesamtdritter angesichts von 92 Punkten Rückstand keine realistischen Titelchancen mehr. Der australische Red-Bull-Pilot kam in Sotschi auf Position sieben. Der bereits entthronte vierfache Champion Vettel (143), der in Sotschi Achter wurde, fiel in der Fahrerwertung auf den fünften Rang zurück. Für die beiden anderen deutschen Piloten endete der Grand Prix enttäuschend. Nico Hülkenberg verpasste im Force India als Zwölfter die Punkteränge. Adrian Sutil wurde 16. und bleibt damit mit Sauber weiterhin ohne Punkte. Nächster Grand Prix ist am 2. November das Rennen in Austin (USA).

In Gedanken bei Bianchi

Kurz vor dem Start in Sotschi drückten die Piloten mit einer Schweigeminute erneut ihre Anteilnahme am Schicksal ihres schwer verunglückten Kollegen Jules Bianchi aus und bildeten einen Kreis. Der Franzose war eine Woche zuvor beim Großen Preis von Japan mit seinem Marussia unter einen Bergungskran gerast. Bianchi hatte sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen. Nach einer Operation im Krankenhaus in Yokkaichi ringt er weiter um sein Leben. Bianchis Zustand wird als kritisch, aber stabil bezeichnet.

asz/ck (dpa, sid)

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