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Aktuell Europa

Timoschenko tritt in den Hungerstreik

Es ist ein Protest gegen die Bedingungen im Gefängnis: Die inhaftierte frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko verweigert die Aufnahme von Nahrung.

Ihr Verteidiger Sergej Wlassenko sagte der Agentur Interfax, mit dem Hungerstreik protestiere Timoschenko gegen ihre Behandlung durch das Personal der Haftanstalt und durch Ärzte. Nach einem erzwungenen Transport in eine Klinik weise der Körper der Oppositionsführerin schwere Blutergüsse auf.

Timoschenko nehme schon seit dem 20. April keine Nahrung mehr zu sich, sagte Wlassenko. Ärzte der Berliner Charité hatten die 51-Jährige im Februar in der Stadt rund 450 Kilometer östlich von Kiew untersucht und als sehr krank bezeichnet. Das Angebot, Timoschenko in Deutschland zu behandeln, war von ukrainischer Seite abgelehnt worden.

"Gegen ihren Willen ins Krankenhaus gebracht"

Die Staatsanwaltschaft von Charkow räumte ein, dass die über starke Rückenschmerzen klagende Timoschenko am vergangenen Freitag gegen ihren Willen in das Krankenhaus gebracht worden sei. Die Inhaftierte sei "unter Anwendung physischer Gewalt in den Krankenwagen getragen und in die Klinik gefahren" worden, sagte Staatsanwalt Gennadi Tjurin. Dies gestatteten ukrainische Gesetze.

Timoschenko war im vergangenen Oktober wegen Amtsmissbrauchs in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Grund war ein 2009 mit Russland geschlossenes Gasgeschäft mit Russland. Die Europäische Union hatte die Inhaftierung Timoschenkos, die bei der Präsidentschaftswahl 2010 gegen ihren Erzrivalen Viktor Janukowitsch unterlag, als politisch motiviert kritisiert.

Seit dem vergangenen Donnerstag wird gegen sie zudem in einem zweiten Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung verhandelt.

mm/sc (dpa, afp)

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