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Aktuell Europa

Timoschenko in Klinik gebracht

Die frühere ukrainische Regierungschefin Timoschenko ist aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden. Die Behörden erhoben derweil neue Vorwürfe gegen sie.

Anhänger halten ein Plakat Timoschenkos (Foto: dapd)

Ukraine Demonstration für Julia Timoschenko in Kiew

Wegen ihres Rückenleidens ist Julia Timoschenko aus dem Straflager in eine Klinik gebracht worden. Die Gefängnisverwaltung versicherte, die kranke ukrainische Ex-Regierungschefin werde die Behandlung erhalten, die deutsche und ukrainische Ärzte empfohlen hätten. Wie die Behörde weiter mitteilte, traf die 51-Jährige bereits am Freitagabend im Zentralen Klinischen Krankenhaus der östlichen Stadt Charkiw ein. In örtlichen Medien berichteten Augenzeugen, die frühere Regierungschefin sei am späten Abend von zwei Krankenwagen und vier Polizeiautos abgeholt worden.

Video ansehen 01:48

Neuer Prozess gegen Timoschenko

Timoschenko hatte sich bisher geweigert, in das nahe am Gefängnis von Charkiw gelegene Krankenhaus zu gehen, das von der staatlichen Bahngesellschaft betrieben wird. Der Chef der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, und der Leiter der Orthopädie, Norbert Haas, hatten am 13. April gemeinsam mit einem Vertreter des Bundeskanzleramts die Klinik inspiziert und erklärt, diese sei nicht für eine Behandlung geeignet.

Bereits im Februar hatten die beiden Spezialisten die über extreme Rückenschmerzen klagende Politikerin im Gefängnis untersucht. Die Charité erklärte sich zu einer Behandlung in Deutschland bereit, was die ukrainischen Behörden aber ablehnten.

Neues Verfahren wegen Steuerhinterziehung

Am Donnerstag war vor einem Gericht in Charkiw ein neues Verfahren wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung gegen Timoschenko eröffnet worden. Wegen ihres schlechten Gesundheitszustands nahm sie aber nicht daran teil.

In dem Prozess geht es um ihre Zeit als Chefin eines staatlichen Energiekonzerns. Laut Staatsanwaltschaft soll sie 1997 und 1998 öffentliche Gelder veruntreut und Steuern hinterzogen haben. Bei einer Verurteilung drohen ihr zwölf Jahre Haft.

Im Oktober 2011 war Timoschenko in einem umstrittenen Prozess wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Europäische Union kritisierte die Inhaftierung als politisch motiviert.

uh/det (dapd,dpa,afp)

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