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Deutschland

Tief "Daisy" noch keine Katastrophe

Mit einem Großaufgebot rüsten sich in Deutschland Winterdienst, Feuerwehr und Polizei für ein Wochenende mit Sturm und Schnee. Das befürchtete Chaos ist bislang ausgeblieben. Nur eine Airline hat weiter Pech.

Autobahn bei Schnee (Foto: ap)

Der Verkehr läuft - fast überall

Die Wetterdienste hatten in den letzten Tagen vor bis zu 50 Zentimeter Neuschnee, Schneeverwehungen und sogar Versorgungsengpässen gewarnt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte aber auch vor Panik - es seien keine dramatischen Auswirkungen zu erwarten. Tatsächlich scheint Sturmtief "Daisy" am Samstag (09.01.2009) eher glimpflich zu verlaufen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag schneite es vor allem in Süddeutschland. Am Vormittag lag das Haupt-Niederschlagsgebiet über der Mitte vom Rheinland bis nach Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen. In anderen Regionen blieb es weit gehend ruhig. Teilweise registrierten die Lagezentren nur leichten Schneefall, und in manchen Regionen - wie etwa Nordrhein-Westfalen - so gut wie keinen Schnee.

Noch nicht vorbei

Es gilt jedoch weiter die Unwetterwarnung des DWD. Besonders für den Mittelgebirgsraum, die nördlich angrenzenden Gebiete sowie den Nordosten Deutschlands werden noch für den Samstag stürmische Windböen mit bis zu 70 Stundenkilometern und bis zu 15 Zentimeter Neuschnee innerhalb von zwölf Stunden vorausgesagt.

Mann auf der Tragfläche (Foto: dpa)

Enteisung am Frankfurter Flughafen

Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt wurden bislang 150 der knapp 1300 geplanten Flugverbindungen gestrichen. Das Parallel-Start- und Landebahnsystem sei in Betrieb, sagte ein Sprecher. Es müsse aber mit Verspätungen und Beeinträchtigungen gerechnet werden. Gestrandete Passagiere wurden nach Angaben eines Flughafensprechers in umliegenden Hotels untergebracht. Besonderes Pech mit dem Winter scheint die Fluggesellschaft Air Berlin zu haben. Auf dem Nürnberger Flughafen geriet am späten Freitagabend eine Boeing 737 auf dem Weg nach Düsseldorf mit dem Bugrad in tieferen Schnee und konnte nicht mehr zur Startbahn weiterfahren, wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft am Samstagmorgen mitteilte. Die 145 Passagiere sowie die sechs Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Da die Tragfläche des Flugzeugs in die Start- und Landebahn hineingeragt habe, sei der Flugverkehr zweieinhalb Stunden lang eingestellt worden.

Zum dritten Mal

Es ist bereits der dritte Vorfall bei Air Berlin innerhalb einer Woche. Am Sonntag war in Dortmund war eine Boeing 737 mit 165 Passagieren an Bord bei einem Startabbruch erst hinter der Startbahn auf der angrenzenden Wiese zum Stehen gekommen. Die Passagiere blieben unverletzt, der Flughafen blieb stundenlang gesperrt. Am Mittwoch hatte in Berlin ein Air-Berlin-Pilot den Start gleich zu Beginn wegen Problemen mit einem Sensor abgebrochen.

Nacht in Decken

Mann mit Decke im Auto (Ftoto: dpa)

Kalte Nacht auf der A5 bei Neuenburg

Auf den Straßen gab es die größten Verkehrsbeeinträchtigungen auf der Autobahn 5 in Baden-Württemberg. Dort baute sich an der Grenze zu Frankreich ein massiver LKW-Stau auf. Nach Schneefällen in Frankreich hatte die Präfektur im benachbarten Elsass am Freitagnachmittag die Autobahn 35 für den Lkw-Verkehr gesperrt, teilte ein Sprecher der Polizei in Freiburg mit. Am Morgen warteten über 500 Lastwagen darauf, ins Nachbarland einreisen zu können. Zwischen 300 und 400 Menschen mussten nach Polizeiangaben in ihren Fahrzeugen die Nacht verbringen. Auf deutscher Seite waren Rettungskräfte im Einsatz und versorgten die Lkw-Fahrer mit heißen Getränken und Decken.

Bei der Bahn gab es nach Angaben eines Sprechers bislang keine größeren Beeinträchtigungen.

Wie fast ganz Europa erlebt Deutschland einen schneereichen und kalten Winter. Ein Ende der frostigen Temperaturen ist zumindest bis zur Monatsmitte nicht zu erwarten.

Autor: Oliver Samson (mit dpa, afp, rtrs)

Redaktion: Marko Langer

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