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Made in Germany

Thomas Straubhaar

Raus aus Nadelstreifen und grauem Flanell – rein in den Blaumann. Made in Germany schickt Deutschlands Topökonomen ins Arbeitsleben.

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Bei uns dürfen die Experten ihre Analysen und Prognosen einmal an der Wirklichkeit überprüfen. Das Who is Who der Volkswirtschaft macht mit.

Und Sie dürfen abstimmen. Wer ist Deutschlands Volkswirt des Jahres?

Folge 5: Auf der Werft mit Thomas Straubhaar

Thomas Straubhaar ist einer der bekanntesten Wirtschaftsexperten in Deutschland. Er leitet das Hamburger Weltwirtschaftsarchiv HWWA, eines der sechs großen deutschen Wirtschaftsforschungs-Institute. In der Fachwelt gilt er als liberal und praxisnah. Seine Grundhaltung hat eine Zeitung so zusammen gefasst: "Globalisierung ist das größte Wohlstandsprogramm aller Zeiten, dazu angetan, die Armut der Welt zu verringern". Für die deutsche Werften hat die Globalisierung allerdings vor allem Gegenwind gebracht. Von 75.000 Werftarbeitern in den 70´er Jahren sind noch 20.000 übrig - inklusive Ostdeutschland. Ein neuer Verbund der verbliebenen deutschen Großwerften soll den deutschen Schiffsbau jetzt auf Dauer fit machen für den globalen Wettbewerb. Mit dabei ist auch Blohm+Voss in Hamburg. Die Werft baut und repariert Mega-Yachten, Marine-Schiffe und Handels-Schiffe. Die Werft muss sich dabei gegen Konkurrenz vor allem aus Asien durchsetzen. Thomas Straubhaar, der Globalisierungsbefürworter schlüpft in die Rolle eines deutschen Werftarbeiters, der einen Knochenjob macht, den ganzen Tag schweißen muss, und die Konkurrenz im Nacken hat. Und um es noch schmerzvoller für ihn zu machen: Er darf den deutschen Arbeitern von seiner Globalisierungs-Euphorie überzeugen.

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Die Weltwirtschaft - das ist sein großes Thema. Professor Thomas Straubhaar bei der Einführung in die Volkswirtschaftslehre an der Uni Hamburg. Die Globalisierung, sagt er, ist eine prima Sache. Wenn´s nur nicht immer so kompliziert wäre.

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Am nächsten Morgen muss Thomas Straubhaar früh raus. Um sechs Uhr ist er schon unterwegs in den Hamburger Hafen, zur Werft von Blohm+Voss. Da muss er heute als Schiffbauer ran: "Das wird für mich Neuland sein, ich bin deshalb Professor geworden, damit ich nicht mit den Händen arbeiten muss und mit dem Kopf mein Geld verdienen kann."

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Globalisierung ist für seine neuen Kollegen hier längst Realität. Sie müssen sich immer wieder gegen die günstigere Konkurrenz in Asien durchsetzen. Zuerst gibt's für Thomas Straubhaar aber einen Grundkurs in Sachen Schweißen. Der Professor als Lehrling.

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Die Bewertung der Fachleute für die erste Prüfung: Ausreichend - höchstens. Trotzdem geht´s jetzt an´s richtige Arbeiten. Bei der Arbeit mit den Schiffbauern sieht der Professor jetzt, was Globalisierung ganz praktisch heißt.

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Die Schiffbauer und ihr neuer Lehrling arbeiten hier an einem Container-Schiff. Das machen sie nur noch selten. Solche Schiffe kommen heute meist aus Asien. Die Arbeiter hier bei Blohm+Voss bauen vor allem Luxus-Yachten und Marineschiffe - ein Geschäft, dass noch gut läuft.

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Eine große Hilfe ist der Professor nicht, aber die drei verstehen sich gut. Straubhaar will seine neuen Kollegen demnächst mal in eine Vorlesung einladen. Da sollen sie den Studenten erklären, wie Globalisierung in der Praxis aussieht.

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Und so hat Thomas Straubhaar selbst seinen Auftritt erlebt:

"Ich denke, ich bleibe bei meinem Kopf-Arbeits-Verhältnis, ich denke dass ich nicht gut geeignet wäre, dass ich sehr viel lernen müsste, und dass ich nicht mehr in der Lage wäre, dass alles noch zu schaffen, was diese jungen Schiffsbauer schon mitbringen."

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