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9/11 und die Folgen

Terror in Stichworten

Hier finden Sie Begriffe und Personen, die in den zehn Jahren seit 9/11 immer wieder eine Rolle spielten. Auf den Punkt gebracht.

Nur für Projekt 9/11

Al Kaida

Terrornetzwerk, das Anfang der 1980er-Jahre von Osama bin Laden u.a. aufgebaut wurde. Seine Anführer stammen aus arabisch-sprachigen Ländern des Nahen Ostens. Erklärtes Ziel ist die Errichtung eines Gottesstaates, der alle islamischen Länder und Gebiete umfasst. Dabei beruft sich Al Kaida auf die so genannte Urform des Islam, demzufolge die heiligen Stätten von "Ungläubigen" befreit werden müssen. Nach Ansicht von Experten handelt es sich heute um ein loses Netzwerk weitgehend autonom agierender Zellen in unterschiedlichen Ländern. Besonders aktiv ist das Terrornetzwerk seit einigen Jahren im Irak.

Al-Shabab

Islamistische Al-Shabab-Rebellen in Somalia (Foto: AP)

Islamistische Al-Shabab-Rebellen in Somalia

Radikalislamische Gruppierung in Somalia mit Verbindung zum Al-Kaida-Netzwerk. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika und die Beteiligung an einem weltweiten Heiligen Krieg. Die Gruppe kämpfte im somalischen Bürgerkrieg bis 2009 gegen die im Land stationierten äthiopischen Truppen. Danach gegen die vom Westen und der Afrikanischen Union unterstützte Übergangsregierung Somalias. Al-Shabab kontrolliert weite Teile Südsomalias.

Fatwa

Islamisches Rechtsgutachten. Bei Fragen und Zweifeln über gebotenes Verhalten werden Rechtsgutachten eingeholt. Aufgrund der dezentralen Organisation des Islam findet sich eine breite Palette an Auffassungen zu unterschiedlichen Fragen, von liberal bis dogmatisch. Auch zur Frage, ob man gegen Andersgläubige Gewalt anwenden darf, wird in verschiedenen Fatwas unterschiedlich beantwortet. Nach den Terroranschlägen am 7. Juli 2005 in London erklärte der dortige Rat der Sunniten, jegliche Form von Anschlägen sei mit dem Islam unvereinbar.

Hamas

Ist eine Abkürzung für "Harakat Al-Muqawama Al Islamia" und bedeutet "Islamische Widerstandsbewegung". Aus der Moslembruderschaft hervorgegangen ist die Hamas kompromisslos anti-israelisch und betrachtet den gesamten Staat Israel als "besetztes Gebiet". Die Organisation rühmte sich in den 1990er-Jahren wiederholt der Durchführung von Terroranschlägen gegen den Staat Israel und seine Bürger. Gleichzeitig ist die Hamas als Wohltätigkeitsorganisation in den Palästinensergebieten aktiv. Die Hamas ging 2006 als Siegerin aus den demokratischen Wahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten hervor.

Hisbollah

Hisbollah-Parade im Libanon (Foto: dpa)

Hisbollah-Parade im Libanon

Partei Gottes. Eine in den 1980er-Jahren entstandene paramilitärische Organisation im Libanon, die aus dem Widerstand gegen die israelische Invasion hervorging. Die von Iran und Syrien teilfinanzierte Organisation wird von verschiedenen Staaten - darunter die USA - offiziell als Terrororganisation geführt. Neben ihren terroristischen Aktivitäten präsentiert sich die Hisbollah seit 1992 aber auch als gut organisierte Partei im libanesischen Parlament.

Guantanamo

US-Marinestützpunkt im Südosten von Kuba an einer 20 Kilometer langen Bucht, die das heute sozialistische Land 1903 an die USA abtrat. Im Anschluss an die Terroranschläge vom 11. September wurde dort ein Gefangenenlager für mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder und Taliban-Kämpfer eingerichtet. Diese wurden von den USA als "feindliche Kämpfer" betrachtet, denen nicht die Rechte von Kriegsgefangenen eingeräumt wurden. Menschenrechtsorganisationen haben die Zustände in Guantanamo wiederholt kritisiert. Bislang wurden über 500 Gefangene wieder entlassen oder in andere Gefängnisse in der ganzen Welt überstellt. Nur einigen wenigen Inhaftierten wurde der Prozess vor einem Militärtribunal gemacht.

Krieg gegen den Terror

Ein von Präsident Bush eingeführter Begriff, der die unterschiedlichen militärischen, geheimdienstlichen, diplomatischen und wirtschaftlichen Maßnahmen bündelt, mit denen islamistische Terrororganisationen und ihre Unterstützer von den USA und ihren Verbündeten seit 2001 bekämpft werden. Der Krieg wird seit 2001 weltweit geführt mit einem militärischen Hauptschwerpunkt in Afghanistan.

Mohammed Atta

Islamistischer Terrorist. Der in Ägypten geborene Atta gilt als einer der fünf Entführer des ersten Verkehrsflugzeuges, das am 11. September in die Türme des World Trade Centers in New York gesteuert wurde. Er studierte von 1992 bis 1999 in Hamburg Städtebau.

Mullah Omar

Gesucht: Mullah Mohammed Omar (Foto: Vanity Fair)

Gesucht: Mullah Mohammed Omar

Mitbegründer und geistlicher Führer der Taliban. Bis zum Einmarsch der alliierten Truppen 2001 war er de facto Staatsoberhaupt des Islamischen Emirats Afghanistan, eines ultrareligiösen Regimes. Ins Visier der USA geriet der einäugige Mullah vor allem wegen seiner Allianz mit Osama bin Laden. Seit Jahren ist er auf der Flucht.

Militärtribunal

Ursprünglich ein Gericht für Militärangehörige und Kriegsgefangene außerhalb der zivilen Gerichtsbarkeit. Als Militärkommissionen von US-Präsidenten Bush sanktionierte Gerichte für so genannte "feindliche Kombattanten" im Gefangenenlager Guantanamo mit eingeschränkt rechtsstaatlichem Charakter. Die Verfahren sind nur zum Teil öffentlich, es gibt keine zivilen Zeugen und keine Berufungsinstanz.

Osama bin Laden

Gründer und Anführer der Al Kaida. Bin Laden plante unter anderem die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001. Der saudische, ab 1994 staatenlose Terrorist wurde in der Nacht zum 2. Mai 2011 in einer von US-Präsident Obama befohlenen Aktion von US-Soldaten in Pakistan getötet.

Patriot Act

Eine Summe von gesetzlichen Vorschriften, in denen die US-Regierung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Abwehrmaßnahmen im zivilen Bereich ergriff. Darunter auch die erleichterte Anordnung von Durchsuchungen, Abhörmaßnahmen und die Beschlagnahme von Computern in öffentlichen Büchereien.

Die US-Regierung begründete die Abwehrmaßnahmen mit der akuten Terrorgefahr. Amerikanische Bürgerrechtsorganisationen warnten vor einem Überwachungsstaat. Die Gesetze müssen regelmäßig vom US-Kongress überprüft und erneuert werden.

Sarkawi

Abu Mussab al-Sarkawi war ein islamistischer Extremist und der mutmaßliche Anführer der Terrororganisation Al Kaida im Irak. Der jordanische Staatsbürger wurde bis zu seinem Tod am 7. Juni 2006 mit einem Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar als so genannter Topterrorist von Interpol weltweit gesucht.

Sawahiri

Aiman al-Sawahiri (rechts) sitzt neben Osman bin Laden (Foto: Al Jazeera)

Aiman al-Sawahiri (rechts) mit Osman bin Laden (Foto:AP)

Aiman al-Sawahiri gilt als offizieller Nachfolger des getöteten Osama bin Laden. Er wurde im Juni 2011 zum Chef der Al Kaida ausgerufen. Der gebürtige Ägypter und studierte Medziner lernte Bin Laden während seiner Zeit als Mudschahedin in Afghanistan kennen. Später avancierte Sawahiri zum Chefideologen des Terrornetzwerkes. Sein Ziel bleibt die Errichtung eines islamistischen Gottestaats ins seinem Heimatland.

Taliban

1994 in Afghanistan geformte Gruppe, die sich aus dem zentralasiatischen Volk der Paschtunen rekrutiert. Ursprünglich zur Abwehr krimineller Banden in der Provinz Kandahar gegründet, entwickelte sich die Taliban unter ihrem Anführer Mullah Omar in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre zur herrschenden politischen Macht in Afghanistan. Ihre ideologische Ausrichtung ist fundamentalistisch und anti-westlich. Die Taliban wurde durch das militärische Eingreifen der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan Ende 2001 von der Macht verdrängt.

Tora Bora

Tora Bora nach US-amerikanischen Luftangriffen (Foto:AP)

Tora Bora nach US-amerikanischen Luftangriffen

Natürlicher Höhlenkomplex im Osten Afghanistans unweit der Grenze zu Afghanistan. Osama bin Laden soll das unterirdische Höhlensystem mit eigenen Mitteln zu einem Versteck für Al-Kaida- und Talibankämpfer ausgebaut haben. Im Dezember 2001 lieferten sich US-Spezialeinheiten und bewaffnete Kämpfer eine tagelange Schlacht bei Tora Bora.

Waziristan

Unwegsame Bergregion im nordwestlichen Pakistan. Fluchtgebiet für Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer nach ihrer Vertreibung aus dem angrenzenden Afghanistan. Im Jahr 2009 führte das pakistanische Militär in Waziristan eine Großoffensive durch. Die Region gilt auch heute noch als Aufenthaltsgebiet für islamistisch-fundamentalistische Kämpfer.

Waterboarding

Proteste gegen das Waterboarding in New York (Archivbild: AP)

Proteste gegen das Waterboarding in New York

Eine Verhör- und Foltermethode des simulierten Ertränkens. Beim Opfer wird durch Ausnutzen des Würgereflexes der Eindruck unmittelbar drohenden Ertrinkens hervorgerufen, indem die Atmung durch ein Tuch über Mund und Nase, das ständig mit Wasser übergossen wird, stark erschwert wird. Während der Präsidentschaft George W. Bushs wurde das Waterboarding von CIA-Mitarbeitern und anderen Angehörigen US-amerikanischer Regierungsbehörden bei den Verhören von Terrorverdächtigen angewandt.

Autor: Daniel Scheschkewitz
Redaktion: Bernd Riegert