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Aktuell Deutschland

Terror: Berliner Silvestersause in Gefahr?

Die Vorfreude ist groß, dass es zu Silvester am Brandenburger Tor in Berlin ordentlich kracht, also gefeiert wird. Doch es gibt die Sorge, dass es auch aus anderen Gründen "krachen" könnte.

Zu Silvester gelten in Deutschland in diesem Jahr strengere Sicherheitsvorkehrungen. Am augenscheinlichsten wird das in Berlin. Dort, wo die größte Sause des Landes stattfinden soll. Zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule feiern seit einigen Jahren Hunderttausende die Jahreswende, vor allem Touristen. Doch wer plant dorthin zu gehen, muss sich in diesem Jahr ausgiebig mit den Sicherheitshinweisen der Polizei befassen. Rucksäcke, Taschen, Koffer oder Klappstühle, Glasflaschen und Feuerwerkskörper, Megafone oder Laserpointer sind verboten.

Der ganze Bereich rund um die sogenannte Feiermeile ist, zum Teil schon seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag, großflächig abgesperrt. Es wird an den Eingängen ausgiebige Personenkontrollen geben. 900 Polizisten und 600 Ordner sind im Einsatz, so viele wie noch nie zur großen Silvester-Party.

Aufbau der Festmeile am Brandenburger Tor (Foto: Dpa)

Mit vielen Verboten: Aufbau der Festmeile am Brandenburger Tor

Aber immerhin findet die Party überhaupt statt. In Moskau bleibt der Rote Platz dieses Jahr geschlossen. Jeder, der sich zu dem Platz begebe, werde von der Polizei fortgeschickt, wurde Moskaus Sicherheitschef Alexej Majorow bei AFP zitiert. Offizielle Begründung: Auf dem Platz findet ein Konzert statt, das vom staatlichen TV-Sender Kanal Eins aufgezeichnet wird und bei dem nur geladene Gäste zuhören dürfen. Doch hält mancher Moskauer den Grund für vorgeschoben. Die Schließung des Roten Platzes komme "einer Schließung des Times Square in New York gleich", sagte den Berichten zufolge der frühere Abgeordnete Alexander Kliukin dem Radiosender Kommersant.

Silvesterfeuerwerk auf dem Roten Platz in Moskau

Für gewöhnlich versammeln sich tausende Moskauer und Touristen auf dem Roten Platz

Österreichische Medien meldeten kurz nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag, dass es eine Terrorwarnung für europäische Hauptstädte gebe. Der Hinweis dazu stamme von einem befreundeten Geheimdienst. Demzufolge sollen potentielle Attentäter in Richtung Europa unterwegs sein. Die Polizei in Wien teilte daraufhin mit, dass es "an Orten, wo Menschenansammlungen stattfinden, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Attentat mit Sprengstoff bzw. zu einem Schussattentat kommen könnte". Der Hinweis deute "auf eine höhere als die allgemein bekannte abstrakte Gefahrenlage" hin, Polizeibehörden in ganz Europa hätten daher "erhöhte polizeiliche Maßnahmen getroffen". Die österreichischen Behörden sehen allerdings bislang keinen Grund für eine Absage geplanter Veranstaltungen.

Die Sicherheitsvorkehrungen für Berlin haben offenbar keinen direkten Bezug zur Meldung aus Wien, da die dazugehörige Pressemitteilung bereits am 22. Dezember veröffentlicht wurde.

Kurz vor Silvester, hieß es von der belgischen Polizei in Brüssel, sei womöglich in letzter Minute ein Anschlag zum Jahreswechsel vereitelt worden. Zwei Menschen wurden unter dem Verdacht festgenommen, Attentate an mehreren beliebten Orten in Belgiens Hauptstadt während der Silvesterfeierlichkeiten geplant zu haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft bekanntgab. Es habe Hinweise für "ernsthafte Bedrohungen" gegeben.

Nur "allgemeine" Antwort aus dem Innenministerium

Seit den Anschlägen von Paris sind die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland generell strenger als sonst. An Bahnhöfen zum Beispiel sind seither Polizisten mit offen sichtbaren Maschinengewehren unterwegs. Zur Warnung aus Wien wollte sich das Bundesinnenministerium nicht direkt, sondern nur "allgemein" äußern.

Ein Sprecher des Ministeriums teilte der Deutschen Welle mit: "Wir stehen mit unseren Partnern in Österreich in engem Austausch. Zu Einzelheiten der dortigen Maßnahmen nehmen wir keine Stellung." Deutschland stehe, ebenso wie andere europäische Staaten, im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus, hieß es weiter. Weiterhin müsse man von einer hohen Gefährdung durch den internationalen Terrorismus ‎ausgehen. Die Sicherheitsbehörden würden in diesem Zusammenhang verschiedenen Hinweisen nach‎gehen und die Schutzmaßnahmen fortlaufend an die aktuelle Situation anpassen.

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