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Kultur

Tempel-Katastrophe in Indien

Wieder eine Massenpanik in Indien: An einem Hindutempel sind mindestens 147 Menschen ums Leben gekommen, als eine Panik ausbrach. Etwa 150 Menschen wurden verletzt.

Ein indischer Polizist und ein Helfer bringen ein Opfer der Panik in Sicherheit. (Foto: AP)

Ein indischer Polizist und ein Helfer bringen ein Opfer der Panik in Sicherheit

Die Hindu-Pilger waren zu einem wichtigen religiösen Fest zum Chamunda-Tempel über der Stadt Jodhpur gekommen, um rechtzeitig zu einem Zeitpunkt beten zu können, der als glückverheißend gilt. Doch dann brach eine Panik unter den etwa 20.000 Gläubigen aus. Mindestens 147 Pilger wurden totgetrampelt oder erstickten, etwa 150 erlitten Verletzungen. Das teilte die Polizei des Unionsstaates Rajasthan am Dienstag (30.09.2008) mit.

Auslöser der Panik ungewiss

Unklar ist die Unglücksursache. Augenzeugen berichten, eine Gruppe von Gläubigen sei auf einer steilen Rampe, die zum Eingang des Tempels führt, ins Stolpern geraten. Ein Polizeikommissar sagte, es habe ein Gerücht über einen Bombenfund gegeben. Ein anderer Behördenvertreter teilte dagegen mit, die Panik sie durch eine einstürzende Begrenzungsmauer des engen Fußweges zum Tempel ausgelöst worden.

Freiwillige bergen einen Verletzten in Jodhpur. (Foto: AP)

Freiwillige bergen einen Verletzten in Jodhpur

Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Leichen auf Bürgersteigen zu sehen. Auf den Straßen versuchten Ersthelfer, Bewusstlose wiederzubeleben. Andere trugen Verletzte aus dem Tempel.

Untersuchung angekündigt

Der Innenminister Rajasthans, Gulab Chand Kataria, kündigte eine Untersuchung an. Der Andrang vor dem Tempel war besonders groß, weil die Pilger den Auftakt der neuntägigen Navrati-Feierlichkeiten begehen wollten.

Der Unglücksort: Der Chamunda-Tempel über der Stadt Jodhpur. (Foto: AP)

Der Unglücksort: Der Chamunda-Tempel

Der im 15. Jahrhundert errichtete Chamunda-Tempel befindet sich auf einem Berg innerhalb der historischen Mehrangarh-Festung, die auch von vielen westlichen Touristen besucht wird. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich dort nach Polizeiangaben jedoch keine Ausländer auf. Mit fast einer Million Einwohnern ist Jodhpur nach der Landeshauptstadt Jaipur die zweitgrößte Stadt Rajasthans.

Dem Andrang nicht gewachsen

In Indien, wo 80 Prozent der 1,1 Milliarden Einwohner Hindus sind, kommen derartige Fälle von Massenpanik an Hindutempeln häufiger vor. Die Gebäude sind dem Menschenandrang zu wichtigen Festen meist nicht gewachsen. Erst im August waren 145 Menschen bei einer Massenpanik vor einem Hindu-Tempel auf dem Gipfel eines Berges im nördlichen Bundesstaat Himachal Pradesh ums Leben gekommen, als Gerüchte über Erdrutsche aufkamen. Im Januar 2005 wurden mindestens 265 hinduistische Pilger bei einer Massenflucht nach einem Großbrand in einem abgelegenen Tempel im Bundesstaat Maharashtra getötet. (kle)

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