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Myanmar

Tausende Rohingya fliehen nach China

Mindestens 3000 Angehörige der muslimischen Minderheit sind vom Norden Myanmars nach China geflohen, erklärte das Außenministerium in Peking. Seit Wochen bekämpft das Militär in Myanmar angebliche islamistische Milizen.

Rohingya Flüchtlinge Myanmar Bangladesch (Reuters/M.P.Hossain)

Rohingya Flüchtlinge auf dem Weg zum Kutupalang Flüchtlingscamp an der Grenze zu Bangladesch

Chinesische Staatsmedien meldeten, das Militär sei in Alarmbereitschaft versetzt worden, nachdem ein Staatsbürger durch eine verirrte Granate von der anderen Grenzseite kommend, verletzt worden sei. "Ungefähr 3000 Menschen sind vor dem Krieg im Grenzgebiet zwischen Myanmar und China geflohen", erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang. "Aus humanitären Erwägungen haben die chinesischen Gemeinden vor Ort Unterkünfte angeboten und die Verletzten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht."

Ein Sprecher der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) in Myanmar und damit von Außenministerin Aung San Suu Kyi sagte, dass eine Person in der Nähe der Grenzstadt Muse getötet worden sei, damit seien nun neun Tote und 29 Verletzte zu beklagen. "Die Menschen wagen es nicht, nach draußen gehen," sagten Bewohner aus Muse zur AFP. "Wir haben Angst, wir wollen nach China fliehen, wenn die Situation noch schlimmer wird."

Mehr als 30.000 Menschen vor Kämpfen geflohen

Die anhaltende Gewalt zwischen den Streitkräften und der muslimischen Minderheit im Nordwesten des Landes ist ein Schlag für die faktische Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und ihre Hoffnungen ein bundesweites Friedensabkommen nach Jahrzehnten blutiger Aufstände in den Grenzgebieten Myanmars zu schmieden. 

Die Armee hatte im Oktober Truppen in das Siedlungsgebiet der Rohingya an der Grenze zu Bangladesch entsandt, nachdem es dort eine Serie koordinierter Angriffe auf Grenzposten gegeben hatte. Laut Staatsmedien wurden in den Kämpfen im Norden Myanmars fast 70 Menschen von den Sicherheitskräften getötet und mehr als 400 festgenommen, doch gehen Aktivisten von weit höheren Zahlen aus. Mehr als 30.000 Menschen flohen nach UN-Angaben vor den anschließenden Gefechten, viele davon nach Bangladesch. Laut Augenzeugen ermordeten Soldaten zahlreiche Rohingya, vergewaltigten Frauen und plünderten Häuser. Die Rohingya leiden seit Jahrzehnten unter Diskriminierung und Verfolgung im Norden Myanmars.

 mar/ (kna/afp/ape)

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