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Wut auf neuen US-Präsidenten

Tausende Mexikaner demonstrieren gegen Trump

Wohl kein Land war bislang mehr Anfeindungen der neuen US-Regierung ausgesetzt als Mexiko. Mit massiven Demonstrationen wollen die Menschen dort Trump die Stirn bieten. Doch es gibt auch Kritik.

Tausende Mexikaner haben landesweit gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump protestiert. In Mexiko-Stadt versammelten sich die meisten Menschen für eine Großkundgebung vor dem symbolträchtigen Unabhängigkeitsdenkmal. "Wir wollen Brücken, keine Mauern", riefen viele der in weiß gekleideten Demonstranten.

Mexikaner fordern Respekt

Die Demonstrantin Julieta Rosas trug in Mexiko-Stadt ein T-Shirt, das Trump mit Hitler-Bärtchen zeigte. "Wir sind hier, um Trump zu zeigen, dass ein ganzes Land vereint gegen ihn und seine fremdenfeindliche, diskriminierende und faschistische Dummheit aufsteht", sagte die Literaturstudentin.

Auch im westlich gelegenen Guadalajara gingen Menschen zu Tausenden auf die Straße. Zu den Protestzügen am Sonntag in rund 20 Städten hatten mehrere Organisationen aufgerufen. Die Demonstranten forderten Respekt von der US-Regierung. "Als Mexikaner müssen wir unsere Unzufriedenheit zeigen", sagte Aylin García in Mexiko-Stadt. Dem US-Präsidenten warf die 19-jährige Studentin Rassismus vor. Seine diskriminierende und maßlose Art gegenüber Mexiko sei schmerzhaft für ihr Land, sagte sie.

Kritik an Protesten

Trump hatte die Mexikaner während des US-Wahlkampfs als Drogenhändler und Vergewaltiger diffamiert. Seit seinem Amtsantritt haben die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko einen Tiefpunkt erreicht. Der neue US-Präsident hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen im Januar per Dekret den Bau einer Mauer entlang der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko angeordnet. Er begab sich damit an die Umsetzung eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen. Mit dem Wall will er die illegale Einwanderung bekämpfen. Trump will die Kosten für die Mauer Mexiko aufbürden. Das Land lehnt das ab. Außerdem will Trump das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) neu aushandeln oder aufkündigen.

In Mexiko gab es aber auch Kritik an den Protesten. Studentengruppen der Universidad Autónoma in Mexiko-Stadt lehnten sie als Unterstützungsaktion für den äußerst unpopulären Präsidenten Enrique Peña Nieto ab. Viele Mexikaner fordern von Peña Nieto einen resoluteren Ton gegenüber der Trump-Regierung.

cr/hk (dpa, afp)

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