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Mexiko reagiert auf Trump

Mexikaner wollen US-Produkte boykottieren

In den sozialen Netzwerken werben Mexikaner für einen Boykott von US-Produkten. Die Werbeindustrie kontert mit Anti-Trump-Spots.

Mexiko - Tausende marschieren als Protest gegen Donald Trump (picture alliance/AP Images/Yomiuri Shimbun/N. Tahara)

Tausende gehen in Mexiko-Stadt gegen Trump auf die Straße

Die Forderungen von US-Präsident Donald Trump, eine Mauer nach Mexiko bauen und illegale Einwanderer in ihre Heimat abschieben zu lassen - in Mexiko treffen die markigen Sprüche den Nationalstolz. Die Werbeindustrie im Land südlich des Rio Bravo wittert darin Geschäfte.

Seit Wochen fluten die großen Handels-Unternehmen mit lustigen, aber auch nachdenklichen Beiträgen über die aktuellen Diskussionen  das Internet. Allen voran Mexikos Nobelmarke Corona: Sie hat vor wenigen Tagen einen Spot veröffentlicht, der Trumps Slogan „Make America great again" thematisiert. Botschaft des Spots: Amerika ist schon lange groß. Dazu beeindruckende Bilder, aber nicht etwa aus New York, dem Grand Canyon oder dem Mittleren Westen. Stattdessen Bilder vom Zuckerhut, dem Panama-Kanal und kolumbianischem Kaffee -  Amerika ist wesentlich größer als die USA, so der Seitenhieb auf Trump. 

Mexiko Stadt - Schlagzeilen am Kiosk zu Spannungen zwischen USA und Mexiko (DW/T. Käufer)

Der Streit zwischen Mexiko und Trump beherrscht die Schlagzeilen

Bissige Spots der Unternehmen werden zu Internet-Hits

Schon von gut drei Monaten hat Corona mit einem Spot einen Erfolg gelandet. Fast sieben Millionen Zuschauer sahen den Clip „Reiß deine Mauern ein". Dem Thema „Grenzen überwinden" hat sich die Fluglinie „Aeromexico" angenommen. Sie kritisiert die Grenzen zwischen Ländern, zwischen Menschen, Religionen, Geschlechtern und Ideologien. Die Anti-Trump-Werbung kurbelt offenbar die Umsätze an. Notwendig in einem Land, dessen Wirtschaft wegen möglicher Strafzölle und Einfuhrauflagen sinkende Umsätze befürchtet.

Boykott-Aufrufe im Netz

Auch private Internetnutzer machen im Netz mobil. Unter den Hashtags #AdiosStarbucks #AdiosMcDonalds oder #AdiosWalmart rufen sie zum Boykott von US-Marken auf. Der Trend begann, als US-Präsident Trump nach seiner Amtseinführung erneut forderte, Mexiko müsse die von ihm geplante Mauer zwischen beiden Ländern bezahlen. In Folge des anschließenden Twitter-Streits zwischen den beiden Staatsoberhäuptern sagte Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto seinen für diese Woche in Washington geplanten Besuch schließlich ab. Doch in den Geschäften ist von dem Boykott-Aufruf erstmal nicht viel zu spüren. Die Starbucks-Läden in Mexiko-Stadt sind weiterhin gut gefüllt. Die Mexikaner twittern gegen Trump. Kaffee aus Seattle konsumieren sie aber weiterhin. 

US-Unternehmen stemmen sich gegen die anti-amerikanische Stimmung

Mexiko Stadt - Starbucks-Filiale (DW/T. Käufer)

Noch bleibt Starbucks von der anti-amerikanischen Stimmung verschont

Starbucks versucht vieles, um die Geschäfte am Laufen zu halten. Vor wenigen Tagen kündigte das Unternehmen Millionen-Investitionen in Mexiko an - die amerikanische Burger-Kette „Burger King" hatte dies bereits getan. Starbucks wolle zudem weltweit rund 10.000 Flüchtlinge einstellen. Ob das die zunehmend anti-amerikanische Stimmung in Mexiko aufhalten kann, bleibt abzuwarten. Denn auch beim Fußball ist die aufgeheizte Stimmung zu spüren. Am vergangenen Wochenende stimmten die Zuschauer bei einem Erstliga-Spiel zwischen Santos Laguna und Puebla die mexikanische Nationalhymne an. Pünktlich zur 16. Minute in der zweiten Halbzeit. Denn am 16. September dieses Jahres wird Mexiko seinen Unabhängigkeitstag feiern, es ist das größte patriotische Ereignis im Land. Viele Mexikaner wollen mittlerweile auch von den USA unabhängig werden.

Mexiko Stadt - Demonstrationen mexikanischer Gewerkschaften gegen Freihandelsabkommen (DW/T. Käufer)

Gewerkschaftler demonstrieren gegen Freihandelsabkommen

Mexikos Linke bringt Tausende auf die Straßen

Auch die politische Linke mobilisiert derzeit ihre Anhänger und nutzt die aufgeheizte Stimmung im Land. 10.000 Demonstranten protestierten am Dienstag gegen die Benzinpreiserhöhung. An einem Punkt ist sich die Linke einig mit Donald Trump: Sowohl der US-Präsident wie Mexikos Sozialisten lehnen Freihandelsabkommen ab.