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Afghanistan

Taliban verlieren Stadt in ostafghanischer Provinz Paktia

Es kostet die afghanischen Sicherheitskräfte mittlerweile viel Kraft, gegen die radikal-islamischen Kämpfer zu bestehen. Doch nun konnten sie mit der Eroberung von Dschanichel einen Erfolg verbuchen.

Gardez, die Hauptstadt der Provinz Paktia (Foto: Getty Images/AFP/S. Marai)

Blick auf Gardez, die Hauptstadt der Provinz Paktia

Das Bezirkszentrum Dschanichel sei seit dem Morgen wieder in der Hand der Regierung, sagte Provinzsprecher Abdullah Hasrat. Dschanichel war Ende Juli an die Taliban gefallen. Die schweren Kämpfe, die auch von US-Luftangriffen unterstützt worden seien, hätten sieben Tage gedauert, sagte Hasrat. Ihm zufolge wurden 152 Taliban getötet und 123 verletzt. Aufseiten der afghanischen Regierung seien neun Sicherheitskräfte gestorben und 15 verwundet worden.

Attacken auf mindestens acht Bezirkszentren

Die Zahlen ließen sich nicht unmittelbar unabhängig überprüfen. Eigene Opferzahlen oder die von Gegnern werden von allen Kriegsparteien in Afghanistan oft verzerrt dargestellt. Ein Mitglied des Provinzrats in Paktia teilte ergänzend mit, dass 250 Familien vor den Kämpfen aus ihren Häusern geflohen seien.

Die Taliban versuchen, in diesem Jahr so viele Bezirkszentren in Afghanistan wie möglich unter ihre Kontrolle zu bringen. Das ist ein Kräftemessen mit den überanstrengten afghanischen Sicherheitskräften, die kaum hinterherkommen mit der Verteidigung an den vielen Fronten, die die radikal-islamischen Kämpfer eröffnen. In den vergangenen Wochen haben diese mindestens acht Bezirkszentren angegriffen. Drei, unter ihnen Dschanichel, hatten sie kurzzeitig in ihrer Gewalt. Insgesamt sollen sie rund elf Prozent des Landes beeinflussen oder kontrollieren.

Auch drei Zivilisten bei Anschlag in Bagram getötet 

Bei dem Selbstmordanschlag auf einen NATO-Konvoi am Donnerstagabend nahe der US-Basis in Bagram wurden nicht nur ein Soldat der Allianz, sondern auch drei Zivilisten getötet. Das bestätigte der Polizeisprecher der Kabul-Provinz, Basir Mudschahid. Der Täter sei zu Fuß gewesen und habe nach Augenzeugenberichten Frauenkleidung getragen. Vier Zivilisten seien verletzt worden. Auch die NATO meldete Verletzte - fünf Soldaten und einen Dolmetscher. Ihr Zustand sei stabil, sie würden auf dem Stützpunkt Bagram behandelt. Die Taliban bekannten sich per Twitter zu dem Anschlag. Nach jüngsten Angaben der NATO-Mission Resolute Support (RS) handelt es sich bei dem getöteten Soldaten um einen Georgier.

Der Selbstmordanschlag nahe der Hauptstadt Kabul war der zweite der Taliban auf einen NATO-Konvoi innerhalb von zwei Tagen. Am Mittwoch waren bei einer solchen Attacke in Südafghanistan zwei US-Soldaten getötet und vier weitere verletzt worden.

sti/ml (dpa, afp)