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Aktuell Asien

Taliban richten Blutbad in pakistanischer Schule an

Terroralarm in Pakistan: In der Stadt Peschawar haben Talibankämpfer eine Schule angegriffen. Zahlreiche Schüler wurden getötet oder verletzt.

Bei dem Taliban-Überfall auf eine Schule in der pakistanischen Stadt Peschawar sind mindestens 104 Menschen getötet worden, darunter 84 Kinder, wie der Chef der Provinzregierung, Pervaiz Khattak, mitteilte. Die meisten von ihnen seien Schüler, viele weitere seien verletzt worden und in einem kritischen Zustand.

Taliban bekennen sich zu Attacke

Sechs Angreifer in Armeeuniformen waren in die vom Militär betriebene Schule in der Stadt nahe der Grenze zu Afghanistan gestürmt und hatten das Feuer auf die Schüler eröffnet und Sprengsätze gezündet. Hunderte Schüler und Lehrer wurden als Geiseln genommen. Soldaten umstellten das Gebäude. Nach offiziellen Angaben befinden sich noch immer Schüler in der Gewalt der Angreifer. Pakistans Premierminister Nawaz Sharif sprach von einer "nationalen Tragödie".

Die pakistanische Taliban-Gruppierung Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) übernahm die Verantwortung für das Blutbad. Sie nannten die Geiselnahme einen Racheakt für eine Offensive des pakistanischen Militärs in den Stammesgebieten im nordwestpakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan. Die Armee geht dort seit Monaten gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder das Terrornetz Al-Kaida vor.
Verletzte Schüler werden in Sicherheit gebracht (Foto: AP)

Verletzte Schüler werden in Sicherheit gebracht

"Überall Chaos"

Ein Schulbus-Fahrer sagte: "Wir standen draußen und plötzlich begann eine Schießerei. Überall brach Chaos aus. Schüler und Lehrer schrien." Ein Lehrer berichtete vor der Schule, es hätten gerade Prüfungen stattgefunden, als der Überfall begonnen habe. "Nach einer halben Stunde war die Armee da und hat das Gebäude abgeriegelt." Dann rückten die Soldaten von Raum zu Raum vor.

Die Schule gehört zu einem landesweiten Netzwerk aus Bildungseinrichtungen, die vom Militär für die Kinder von Soldaten betrieben werden. Vielfach unterrichten dort die Frauen von Soldaten. Die Schüler der betroffenen Einrichtung in Peschawar sind zehn bis 18 Jahre alt.

cr/as (afp, rtr)