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Aktuell Nahost

Mehr als 5000 Tote im November durch Dschihadisten

Terrorgruppen wie der "Islamische Staat" in Syrien und dem Irak oder die nigerianische Boko Haram führen einen blutigen Kampf für ihre dschihadistischen Ziele. Wie blutig zeigt jetzt eine neue Studie.

Nach einer ersten Schätzung über die Opfer islamistischer Gewalttaten sind im November weltweit 5042 Menschen von Dschihadisten getötet worden. Der Anteil der Zivilisten lag bei mehr als 50 Prozent. Laut der in London vorgestellten Studie des World Service der britischen BBC und des Londoner International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) verübten Extremisten im vergangenen Monat in 14 Ländern 664 Angriffe oder Anschläge. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) war demnach für 308 Angriffe mit 2206 Toten verantwortlich, also für 44 Prozent aller Opfer islamistischer Gewalt.

Die am schlimmsten betroffenen Länder islamistischen Terrors waren Irak, Nigeria, Syrien und Afghanistan - mit 80 Prozent der Todesopfer (4031). Der Irak als Einzelstaat hatte mit 1770 (35 Prozent) die meisten Toten zu beklagen. Dort wurden mit 233 Anschlägen auch die meisten Angriffe verübt.

Nigeria Anschlag 28.11.2014 (Foto: Reuters)

Der Anschlag auf die Zentralmoschee in Kano, Nigeria

Dschihadisten stärker als je zuvor

Dahinter folgt Nigeria mit 786 Toten bei nur 27 Übergriffen, zumeist von der Terrorgruppe Boko Haram verübt. In Afghanistan starben bei 152 Angriffen, von denen die mit Abstand meisten auf das Konto der Taliban gehen, 782 Menschen. In Syrien gab es demnach 693 Tote bei 110 Angriffen. Bei rund 37 Angriffen im Jemen starben 410 Menschen.

Die Zahlen, so Peter Neumann, Direktor des am King's College in London angesiedelten ICSR, zeigten, dass die dschihadistische Bewegung, von den man noch vor drei Jahren dachte, sie stünde vor dem vollständigen Niedergang, stärker sei als je zuvor.

Die Daten verdeutlichten zudem, dass Dschihadisten und Al-Kaida nicht mehr ein und derselben Gruppe angehörten, sagte Neumann weiter. 60 Prozent der Dschihadisten-Morde würden von Gruppierungen verübt, die offiziell keine Verbindung zu Al-Kaida hätten. Sie seien diejenigen, die um die Führung der Bewegung kämpften. Als Gesamtbild ergebe sich eine immer ambitioniertere, komplexere, kompliziertere und sehr weitreichende Bewegung. "Sie zu bekämpfen wird eine Herausforderung für mehrere Generationen sein."

gmf/qu (afp, dpa, ots)