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Aktuell Europa

Taliban-Opfer aus Klinik entlassen

Die 15-jährige Pakistanerin Malala ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie war bei einem Attentat der Taliban schwer verletzt worden. Ihr Leidensweg ist aber noch nicht zu Ende.

Dass Malala Yousafzai (Artikelbild) noch lebt, ist für viele ein Wunder: Im Oktober schossen pakistanische Taliban der 15-Jährigen bei einem Überfall auf einen Schulbus in den Kopf und in die Schulter. Nach dem Attentat wurde sie nach Großbritannien geflogen, wo sie im Queen-Elizabeth-Hospital von Birmingham mehrere Operationen über sich ergehen lassen musste.

Unerschrockene Aktivistin für Kinderrechte

Malala war den Taliban schon seit Jahren ein Dorn im Auge. 2009 protestierte sie öffentlich dagegen, dass die Islamisten Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung verweigerten. Dadurch wurde sie über die Landesgrenzen hinweg als Symbol des Widerstands gegen den Fundamentalismus bekannt.

Für einen Dokumentarfilm und einen Internet-Blog des britischen Senders BBC schilderte sie ihren Wunsch, entgegen der Vorschriften der Taliban Ärztin werden zu wollen. Außerdem bezeichnete sie US-Präsident Barack Obama als "vorbildlichen Staatschef". Diese pro-westliche Ausrichtung nannten die Taliban als Motiv für Anschlag auf Malala. Nach dem Attentat versammelten sich in Pakistan Tausende, um ihre Unterstützung für die junge Aktivistin kundzutun

.

Demonstration für Malala Yousafzai in Lahore am 16.10.12 (Foto: Arif Ali/AFP/Getty Images)

Nach dem Attentat fanden in Pakistan viele Demonstrationen für Malala statt.

In den vergangenen Wochen hatte die junge Patientin die Klinik schon mehrmals verlassen dürfen, um Zeit mit ihren Eltern und Geschwistern verbringen zu können. Ihre Familie hatte vorübergehend eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, weil die Taliban für den Fall ihrer Rückkehr nach Pakistan mit weiteren Anschlägen angedroht haben.

Mittlerweile hat Malalas Vater, Ziauddin Yousafzai, von der Regierung in Islamabad eine Stelle als Bildungsattaché im pakistanischen Konsulat in Birmingham bekommen. Damit darf er für drei Jahre in Großbritannien bleiben, eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist möglich.

In einigen Wochen wird Malala sich einer weiteren Operation unterziehen, bei der ihr Schädel rekonstruiert werden soll. Sie sei eine "starke junge Frau", die "hervorragende Fortschritte" gemacht habe, sagte Krankenhausdirektor Dave Rosser.

mak/wl (dpa, afp, rtr)