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Politik

Taliban greifen Bundeswehrsoldaten an

Bei Gefechten mit Kämpfern der radikal-islamischen Taliban sind drei deutsche Soldaten verletzt worden. Der Gouverneur von Kundus kündigte für den Norden eine große Offensive an, ähnlich wie die im Süden.

zwei Fallschirmjäger mit Gewehr (Foto: AP)

Die deutschen Soldaten wurden fast zeitgleich an zwei Orten angegriffen

Die deutschen Soldaten wurden mit Handfeuerwaffen beschossen. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam war ein Aufklärungstrupp der Bundeswehr am Mittwoch (17.02.2010) etwa 50 Kilometer nördlich des Feldlagers in Kundus von radikal-islamischen Taliban-Kämpfern angegriffen worden. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert. Vermutlich seien bei der Schießerei mehrere Angreifer getötet worden. Die Deutschen seien unversehrt geblieben.

Nur kurze Zeit später kam es fünf Kilometer westlich vom Feldlager Kundus entfernt zu einem weiteren Gefecht. Hier hätten die Aufständischen mit Panzerfäusten und Sturmgewehren angegriffen, teilte die Bundeswehr mit. Dabei wurden drei Soldaten leicht verwundet und im Feldlager medizinisch behandelt.

Berlin dementiert Großoffensive im Norden

Der Provinzgouverneur von Kundus, Mohammad Omar, kündigte für die "nahe Zukunft" Militärschläge gegen die Taliban an. Diese Offensive werde ähnlich groß angelegt sein wie die Operation "Muschtarak" in der südafghanischen Provinz Helmand.

Bundeswehrsoldaten sitzen auf ihren Einsatzfahrzeugen (Foto: dpa)

Ein Aufklärungstrupp war beschossen worden

Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin wies den Vergleich Omars umgehend zurück. Ein Sprecher sagte, dass es auch in Nordafghanistan weiterhin Operationen gegen die Taliban geben werde, fügte aber hinzu: "Vom Umfang her werden sie nicht an die momentan laufende Operation "Muschtarak" in Helmand heranreichen."

Die USA haben beeits angekündigt, gut 4500 Soldaten nach Nordafghanistan zu entsenden. Derzeit operieren in der Region bereits US-Spezialkräfte. Das Kontingent der Bundeswehr, die das Kommando im Norden führt, soll von derzeit 4500 auf bis zu 5350 Soldaten verstärkt werden. Gouverneur Omar hatte den Einsatz der Bundeswehr im vergangenen Monat als "wirkungslos" kritisiert und angesichts der schlechten Sicherheitslage stärkere Unterstützung der USA gefordert.

Menschliche Schutzschilde der Taliban

Bei der Offensive im Süden gehen seit vergangenem Samstag 15. 000 ausländische und afghanische Soldaten gegen die Aufständischen vor. Die Offensive ist die größte seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Die afghanische Armee warf den Islamisten am Mittwoch vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde einzusetzen.

"Sie nehmen Zivilisten als Geiseln. Sie platzieren Frauen und Kinder auf Hausdächern und schießen", sagte General Mohaidin Ghori am Mittwoch. Diese Taktik verzögere zusammen mit dem Auslegen von Sprengsätzen den Vormarsch der Truppen. "Die Minen der Taliban und die Angst vor zivilen Verlusten drosseln unser Tempo", sagte er.

Autorin: Eleonore Uhlich (dpa,afp,rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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