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Asien

Helmand: Zentrum der Taliban und des Drogenhandels

Der Bezirk Mardscha im Süden Afghanistans ist ein Hauptziel der neuen Militäroffensive. Der Bezirk ist vollständig in der Gewalt der radikal-Islamischen Taliban. Er ist zudem das Zentrum für den Drogenhandel im Land.

Taliban-Führer Hakimullah Mehsud (Foto: dpa)

Hakimullah Mehsud - ein Taliban-Führer

In dem Gebiet leben mehr als 120.000 Menschen, allein die Einwohnerzahl der Bezirkshauptstadt Mardscha wird auf rund 80.000 geschätzt. Der Landstreifen südwestlich der Provinzhauptstadt Laschkarga gehört dank zahlreicher Bewässerungskanäle im Tal des Flusses Helmand zu den fruchtbaren Teilen der Provinz.

In den vergangenen Jahren wurden dort andere Feldfrüchte weitgehend durch den Anbau von Rohopium verdrängt, dem Rohstoff für Heroin. Die Anbaufläche wurde 2009 auf etwa 70.000 Hektar geschätzt.

Mardscha ist Afghanistans wichtigstes Zentrum für den Handel mit Rohopium. Viele Bewohner der Bezirkshauptstadt finden ihre einzige Verdienstmöglichkeit in einer von mehreren hundert Heroin-Küchen, in denen das Rauschgift weiterverarbeitet wird. Der Drogenhandel gilt als wichtige Finanzierungsquelle der Taliban.

Weltweit größtes Anbaugebiet von Schlafmohn

Afghanen auf einem Feld mit Rohopium (Foto: dpa)

Auf etwa 70.000 Hektar wird Rohopium angebaut

Mardscha liegt in der Provinz Helmand, hier leben etwa 2,5 Millionen Afghanen. Viele von ihnen gehören dem Volk der Paschtunen an, vorwiegend strenggläubige sunnitische Muslime. Mit 58.000 Quadratkilometern ist das Gebiet etwa doppelt so groß wie Brandenburg. In der Provinz-Hauptstadt Laschkarga leben etwa 40.000 Einwohner.

Auch Helmand gilt seit Jahren als Hochburg der Taliban. Die NATO-geführte ISAF und US-geführte Koalitionstruppen kämpfen gegen die "Gotteskrieger", die zahlreiche Anschläge verüben. Rückhalt finden die Taliban bei den Drogenbaronen in der Provinz und im benachbarten Südwesten Pakistans.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist Helmand das weltweit größte Anbaugebiet von Schlafmohn, aus dem Opium und schließlich Heroin gewonnen wird. Von hier stammen etwa 20 Prozent der weltweiten Produktion.

Autor: Michael Borgers (mit dpa)

Redaktion: Martin Schrader