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Aktuell Nahost

Syriens Widerstand ringt um Einheit

Die Oppositionsbewegung in Syrien spricht noch mit vielen Stimmen. Mit einem Führungswechsel beim Nationalrat (SNC) könnte sich das ändern und auch die strategische Absprache mit den bewaffneten Kräften verbessern.

Abdulbaset Sieda am Rednerpult (foto: dpa)

Syrien SNC Abdulbaset Sieda

Die Kritik an der bisherigen Führung hatte offensichtlich das Fass zum Überlaufen gebracht: Nun wurde der Kurde Abdulbaset Sieda zum neuen Präsidenten des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC) gewählt. Bei einem Treffen im Exil in Istanbul wählten die Vertreter des größten Zusammenschlusses syrischer Oppositioneller Sieda zum Nachfolger von Burhan Ghaliun, wie der SNC bestätigte. Seida war einziger Kandidat. Ghaliun war Ende Mai nach wiederholten Auseinandersetzungen um seinen Führungsstil zurückgetreten.

Anerkanntes Sprachrohr des Widerstands?

Der 56jährige Seida lebt seit langem im schwedischen Exil. Er war bereits Mitglied des SNC-Exekutivkomitees und Vorsitzender des SNC-Büros für Menschenrechte. Der Doktor der Philosophie soll nun vor allem zwei Dinge anpacken: die Strukturen des Dachverbandes so reformieren, dass er von den verschiedenen Fraktionen in den eigenen Reihen akzeptiert wird, und: von der internationalen Gemeinschaft als glaubwürdiger und effizienter Vertreter des Widerstands anerkannt werden. Die in den Nationalrat eingegliederte Truppe "Freie Syrische Armee" fühlte sich bislang im Nationalrat unterrepräsentiert.

Video ansehen 00:37

Tausende Syrer protestieren in Daraa (10.06.2012)

Dem Ex-Vorsitzenden Ghaliun war eine mangelnde Koordinierung zwischen dem SNC und den bewaffneten Aktivisten vorgeworfen worden. Es hieß, er habe den Kontakt zu den Kämpfern vor Ort verloren. Außerdem soll er den Muslimbrüdern zu großen Einfluss zugestanden haben.

Ende März hatte der Großteil der syrischen Opposition den Nationalrat als ihren formellen Repräsentanten anerkannt. Im April hatten zudem die Vertreter der "Freunde Syriens" den Nationalrat als "legitimen Vertreter aller Syrer" anerkannt.

Neuer SNC-Chef: Assad-Regime am Ende

Der neue SNC-Vorsitzende Seida erklärte, die jüngsten Massaker und schweren Bombardements auf die Städte in Syrien zeigten, dass das Regime von Präsident Baschar al-Assad in den letzten Zügen liege. Assad habe die Kontrolle über mehrere Städte verloren, man trete in eine kritische Phase ein, so Seida gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Israels Staatspräsident Schimon Peres zollte den Aufständischen in Syrien großen Respekt, "die tagtäglich im Angesicht scharfen Feuers" demonstrierten. Er hoffe inständig auf ihren Sieg im Nachbarland, sagte Peres dem israelischen Rundfunk. Vizepremierminister Schaul Mofaz beschuldigte Assad des Völkermords. Er warf Russland vor, das Regime in Damaskus zu bewaffnen und bekräftigte den Ruf nach einer internationalen Militärintervention um Assad zu stürzen.

SC/haz (afpe,APE,rtr)

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