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Aktuell Welt

Russland fordert Syrien-Konferenz

Im UN-Sicherheitsrat blockiert Russland ein schärferes Vorgehen gegen das Assad-Regime. Nun schlägt Moskau eine internationale Konferenz vor, um das Blutvergießen in Syrien zu beenden. Dabei dürfe ein Land nicht fehlen.

Russischer Außenminister Sergej Lawrow vor Mikrofonen (Foto: Reuters)

Außenminister Sergej Lawrow in Damaskus

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte die Forderung seines Landes, den Iran in eine internationale Syrien-Konferenz einzubeziehen. Teheran auszuschließen, wäre "unüberlegt", erklärte er in Moskau. Der Iran sei eines der Länder, das Einfluss auf die syrische Regierung habe. Die von Moskau geforderte Konferenz müsse "so schnell wie möglich" einberufen werden.

Zugleich sprach sich Lawrow erneut gegen eine militärische Intervention in Syrien aus. "Wir werden im UN-Sicherheitsrat den Einsatz von Gewalt nicht billigen", betonte der Minister. Ein militärisches Eingreifen hätte "schwerwiegende Konsequenzen" für den gesamten Nahen Osten.

Sollten die Syrer einen Rücktritt ihres Präsidenten Baschar al-Assad wünschen, werde Russland dem nicht im Weg stehen. "Wenn das syrische Volk sich darauf einigt, würden wir uns nur freuen, das zu unterstützen", sagte Lawrow. Russland wolle aber nicht von außen Bedingungen für einen Dialog stellen.

Neue Gewalt in Daraa und Damaskus

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Syrien: Tote in Protest-Hochburg Daraa

In Syrien ist ein Ende des Blutvergießens nicht in Sicht. Das Assad-Regime geht weiter gewaltsam gegen die Opposition vor. Mit der Südprovinz Daraa griffen Regierungstruppen eine Geburtsstätte des seit 16 Monaten andauernden Aufstandes an. Mindestens 25 Menschen seien getötet worden, berichtete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter in London.

Auch in Damaskus eskaliert die Gewalt, hier sollen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen sein. Es seien die bisher schlimmsten Auseinandersetzungen in der syrischen Hauptstadt seit Beginn des Aufstands gewesen, hieß es. Nach Angaben von Aktivisten starben am Samstag mindestens 42 Zivilisten im ganzen Land.

UN-Beobachter untersuchen Massaker in Al-Kubair

Unterdessen haben UN-Beobachter damit begonnen, das Massaker im Dorf Al-Kubair in der Provinz Hama zu untersuchen. Das 25-köpfige Team war dort am Freitag eingetroffen, nachdem ein erster Versuch tags zuvor gescheitert war. In Al-Kubair sollen am Mittwoch mehr als 80 Menschen getötet worden sein. Nach Oppositionsangaben wurden die Menschen mit Knüppeln erschlagen und mit Messern aufgeschlitzt.

"Wir haben gesehen, dass mehrere Häuser durch Beschuss zerstört wurden", sagte eine Sprecherin des Beobachterteams. "Andere Häuser waren niedergebrannt mit verkohlten Leichen darin." Das Dorf sei beinahe menschenleer.

gri/rb/gd (dpa, afp, dapd)

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