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Aktuell Nahost

Syrien: Rebellen vor dem Abzug aus Homs

Die syrische Regierung hat sich mit den Rebellen auf deren Abzug aus ihrer einstigen Hochburg Homs geeinigt. Die Wiedereroberung der Stadt wäre ein wichtiger Erfolg für Präsident Baschar al-Assad.

Es sei ein Abkommen über den Abzug der Aufständischen aus der seit zwei Jahren belagerten Altstadt von Homs getroffen worden, sagte der Rebellenvertreter Abul Harith al-Chalidi der Nachrichtenagentur AFP. Die Vereinbarung sei mit den Leitern der Sicherheitsdienste im Beisein des iranischen Botschafters getroffen worden.

Laut einer AFP vorliegenden Fassung des Abkommens sieht es im Gegenzug für den sicheren Abzug der rund 1500 Kämpfer aus der weitgehend zerstörten Altstadt die Freilassung von 70 Libanesen und Iranern vor, die in Aleppo von islamistischen Rebellen gefangen gehalten werden.

Zudem sagen die Aufständischen zu, humanitäre Hilfe für zwei regierungstreue schiitische Dörfer bei Aleppo (Artikelbild) zuzulassen. Neben den Kämpfern mit leichten Waffen und einer Panzerabwehrrakete pro Bus sollen auch ihre Angehörigen und Verletzte die Altstadt in Richtung Norden verlassen dürfen. Insgesamt sind rund 2250 Menschen betroffen. Um die Verletzten soll sich der Rote Halbmond kümmern, die Vereinten Nationen (UN) und der Iran sollen die Umsetzung garantieren.

Homs ist die drittgrößte Stadt des Landes und war lange eine Hochburg der Rebellen. Seit Beginn einer massiven Armeeoffensive im Februar 2012 verloren die Aufständischen jedoch immer mehr an Boden, inzwischen halten sie nur noch die weitgehend zerstörte Altstadt und das Viertel Waer.

Syrische Armee auf dem Vormarsch

Das Verfassungsgericht teilte unterdessen mit, Präsident Assad werde bei der Präsidentenwahl am 3. Juni gegen zwei andere Kandidaten antreten. Neben Assad wurden demnach nur der Geschäftsmann Hassan Abdallah al-Nuri und der Abgeordnete Maher al-Hadschar zugelassen.

Ursprünglich hatten sich insgesamt sieben Kandidaten für die Wahl registriert, die von der Opposition als "Farce" abgelehnt wird. Von den westlichen Ländern wird die Wahl als undemokratisch kritisiert. Viele Syrer sind wegen des Krieges faktisch ausgeschlossen, die Opposition großteils im bewaffneten Kampf oder im Exil.

Aus mehreren Landesteilen wurde am Wochenende ein Vormarsch der Armee gemeldet. So sagte ein Militärvertreter, die Armee habe mehr als die Hälfte der strategisch wichtigen Stadt Mleiha an der Straße zum Flughafen von Damaskus unter ihre Kontrolle gebracht. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bestätigte den Vormarsch, der ihren Angaben zufolge von der libanesischen Hisbollah-Miliz angeführt wurde.

Auch in Aleppo drang die Armee entlang der Straße zum Flughafen vor. Die der Rebellen in der nordsyrischen Stadt liegen seit Monaten unter massivem Beschuss, doch beschießen sie auch selbst Gebiete der Regierung. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana wurden am Samstag bei einem Mörserangriff auf ein Krankenhaus zwölf Menschen getötet. Beim Mörserbeschuss der Wirtschaftsfakultät wurden demnach 22 Studenten verletzt.

In der östlichen Provinz Deir Essor dauerten die Kämpfe zwischen der Al-Nusra-Front und der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) weiter an. Die Beobachtungsstelle erklärte, aus den Ortschaften Bussajra, Abriha und Al-Sir seien rund 62.000 Zivilisten vor den Kämpfen in andere Gebiete der Provinzen geflohen.

re/rb (afp, rtr, dpa, ap)