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Aktuell Nahost

Syrisches Regime auf dem Vormarsch in Aleppo und Homs

Nach schweren Luftangriffen in den vergangenen Tagen sind syrische Regierungstruppen nun in Aleppo in mehrere Gebiete vorgedrungen, die bislang von Rebellen gehalten wurden. Diese verlassen wohl auch ihre Hochburg Homs.

Die Zufahrtswege im Nordosten der Großstadt Aleppo stehen nach einem Bericht der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter wieder unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Diese seien bei ihrer Offensive von der Luftwaffe und von ausländischen Milizen unterstützt worden.

Die syrische Armee versucht seit Mitte Dezember die von Rebellen gehaltenen Viertel der früheren Wirtschaftsmetropole Syriens zurückzuerobern. Hunderte Menschen wurden seitdem getötet. Angriffe werden regelmäßig auch von Hubschraubern geflogen, die sogenannte Fassbomben abwerfen.

Homs zurückerobert

Das syrische Regime soll mit Rebellen in der Altstadt von Homs eine Waffenruhevereinbarung getroffen haben. Das meldeten regierungstreue Medien und die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter unter Berufung auf Informanten in der Stadt. Die Vereinbarung, die in der Nacht zum Freitag in Kraft treten sollte, sieht vor, dass sich die Rebellen in das nördliche Umland von Homs zurückziehen. Die Menschen in dem von Revolutionären und islamistischen Brigaden kontrollierten Viertel hatten zuletzt kaum noch Nahrungsmittel gehabt.

Syriens drittgrößte Stadt galt während des seit drei Jahren anhaltenden Bürgerkriegs lange als Hochburg der Rebellen, in heftigen Gefechten brachten die Regierungstruppen die Stadt jedoch in den vergangenen Monaten weitgehend unter ihre Kontrolle.


Anschläge gegen Alawiten

Unterdessen explodierten in der Provinz Hama zwei Bomben. Staatlichen Medienberichten zufolge wurden mindestens 18 Menschen getötet, darunter elf Kinder. Einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge wurden bei dem Autobombenanschlag in der Ortschaft Dschibrin 17 Menschen getötet, in Al-Humeiri riss der Attentäter demnach einen Menschen mit in den Tod. Dabei seien auch mehr als 50 weitere Menschen verletzt worden.

Laut Sana wurden die Anschläge von zwei "Terroristen" verübt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die beiden Dörfer seien mehrheitlich von Mitgliedern der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnt, der auch Staatschef Baschar al-Assad angehört. Demnach richtete sich dieser Anschlag gegen einen Polizeiposten.

Erst am Dienstag hatte es in einem alawitischen Viertel von Homs einen Doppelanschlag gegeben, bei dem mehr als 100 Menschen getötet worden waren. Die radikale sunnitische Al-Nusra-Front bekannte sich zu dem Anschlag in dem von der Regierung kontrollierten Stadtteil. Der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida erklärte, es handele sich um einen Vergeltungsangriff für die tödlichen Luftangriffe der Regierung auf Viertel der Rebellen.

nis/jj (dpa, afp, rtr)